Themenbereich
Bewusstseinsforschung

Wo steckt das Bewusstsein (5/5) 
Kuriose Einzelfälle und parapsychologische Forschung


Immer wieder gibt es Menschen, die unerklärliche Bewusstseinsleistungen vollbringen. Des Weiteren gibt es eine Reihe von Forschern, die sich mit außergewöhnlichen, scheinbar "übersinnlichen" Wahrnehmungen von Menschen befassen. Beides rückt erneut die Frage nach der Natur des Bewusstseins ins Zentrum: Ist das alles noch mit "normaler", materialistischer Wissenschaft erklärbar? Oder steckt doch mehr dahinter?


Inhaltsübersicht:

  1. Kurioses: Über einen Mann, der nach einem nur einmaligem Rundflug über eine Stadt ein detailgetreues Stadtbild zeichnen kann und über ein Frau, die jeden einzelnen Tag ihres Lebens erinnert
  2. Ungewöhnliche Forschung: Über Wissenschaftler, die sich mit Experimenten zu übersinnlichen Wahrnehmungen befassen
  3. Weiterführende Informationen und Buchtipps

1) Kurioses: Über einen Mann, der nach einem nur einmaligem Rundflug über eine Stadt ein detailgetreues Stadtbild zeichnen kann und über ein Frau, die jeden einzelnen Tag ihres Lebens erinnert


1.1 Stephen Wiltshire - die lebende Kamera


Stephen Wiltshire wurde in London geboren und blieb in seiner Entwicklung gegenüber anderen Kindern zurück. 

Im Alter von drei Jahren wurde er als autistisch diagnostiziert. Im Alter von fünf Jahren stellte ein Lehrer an der Queensmill School in London fest, dass die einzige Aktivität, bei der Stephen wirklich in seinem Element war, das Zeichnen war. Es war sein Weg, mit der Welt zu kommunizieren. Neben Autos begann Stephen im Alter von sieben Jahren, Landschaften und Städte zu zeichnen. Als Stephen neun Jahre alt wurde, lernte er schließlich zu sprechen und begann kurz darauf seine Karriere als Künstler.

1987 kam Stephen mit der Literaturagentin Margaret Hewson in Kontakt. Sie vermittelte Stephen die Möglichkeit an der angesehenen City and Guilds of London Kunsthochschule Zeichnen und Malerei zu studieren. Im Jahr 1998 schloß Stephen sein Studium dort ab. Was Stephen einzigartig macht und von anderen Künstlern unterscheidet, ist sein fotographisches Gedächtnis kombiniert mit der Fähigkeit, diese inneren Bilder später auf einer Leinwand zu reproduzieren.  Er nahm im Laufe der Jahre an mehreren Fernsehdokumentationen teil, bei denen er mit einem Hubschrauber über unterschiedliche Metropolen geflogen wurde und später seine Eindrücke auf einer gigantischen Leinwand wiedergeben sollte. Es ist unglaublich, wie detailgetreu er alles behält und dann aufzeichnet.

VIDEO: Elevate Houston Documentary: Stephen Wiltshire

10:26 Minuten, englisch

Dies ist ein kurzer Dokumentarfilm über Stephen Wiltshire - gedreht in Houston im April 2016.


1.2 Jill Price - Ein Gedächtnis ohne Lücken


Seit Jill Price 10 Jahre alt war, hat sie täglich Tagebuch geführt, aber im Gegensatz zu praktisch allen anderen Menschen macht sie dies nicht, um sich später mal an frühere Erlebnisse erinnern zu können, sondern sie macht dies, um mit den Folgen einer äußerst ungewöhnlichen Diagnose klarzukommen: Dem hyperthymestischen Syndrom - dies bedeutet, dass Jill sich an jedes Ereignis an jedem Tag ihres Lebens erinnern kann. 

Es gibt nur etwa 20 Menschen auf der Erde, denen auch diese Diagnose gestellt wurde.

In Jill's Verstand läuft praktisch permanent ein paralleler Film zu dem ab, was sie gerade im Alltag erlebt und sie kann diesen zweiten Film nicht einfach abstellen. Im Alter von 8 Jahren (im Juli 1974) bemerkte sie, dass sie sich an fast alle Erlebnisse ihrer Kindheit erinnern kann - allerdings eben nicht an absolut alle.

Die lückenlosen Erinnerungen beginnen für Jill am 5. Februar 1980 - als sie 14 Jahre alt war. Seit diesem Tag kann sie sich an alles erinnern, was sie an jedem Tag erlebt hat. Sie kann sich dabei nicht nur genau an das erinnern, was sie jeweils getan hat, sondern sie kann auch präzise Daten für Ereignisse im Weltgeschehen nennen oder sich an die Sendetermine und den Inhalt ihrer Lieblingsfernsehserien von vor 30 Jahren oder eben einfach nur an das Wetter am jeweiligen Tag erinnern.

Im Jahr 2000 kontaktierte Jill den Neurobiologen Dr. James McGaugh von der Universität von Kalifornien-Irvine, weil sie sich von ihm Hilfe erhoffte. McGaugh begann seine Untersuchungen damit, Jill Fragen zu Ereignissen des Weltgeschehens zu stellen, die er zufällig aus einem Geschichts-Almanach auswählte. Er war schockiert über die präzisen Antworten, die Jill ihm gab. Nur eine einzige Frage beantwortet Jill "falsch", allerdings musste Dr. McGaugh mehrere Wochen später feststellen, dass der Almanach an dieser Stelle fehlerhaft war und dass Jill auch in diesem Fall recht hatte.

Dr. McGaugh nutzte auch die über 50.000 Seiten aus Jill's Tagebüchern, um mit ihrer Hilfe Jill's persönliche Erinnerungen der letzten 30 Jahre zu verifizieren. Dabei waren restlos alle Antworten, die Jill bei diesen Tests gab, korrekt.

MRT-Aufnahmen von Jill's Gehirn zeigten, dass ihr Gehirn in bestimmten Bereichen etwa das dreifache Volumen aufweist, wie das einer durchschnittlichen Frau ihres Alters. Aber abgesehen davon wurden keine weiteren Veränderungen festgestellt. Die tieferen Ursachen für Jill's Erinnerungsvermögen bleiben deshalb bis heute ein Mysterium.

VIDEO: The Woman Who Could Not Forget - Jill Price

8:59 Minuten, englisch

Im Jahr 2008 gab Jill Price ihr erstes Fernsehinterview - bis dahin wurde ihr Name geheimgehalten und in wissenschaftlichen Veröffentlichungen anonymisiert. Hier folgt ein Auszug des Interviews.


Trotz ihres exzellenten Gedächtnisses bezüglich Daten und Ereignissen funktioniert ihr Erinnerungsvermögen nicht bei Informationen, denen der direkte Bezug zu ihrem Leben fehlt. Deshalb ist das Auswendiglernen eines Gedichts für Jill eine große Herausforderung und sie kann ihr Erinnerungsvermögen auch nicht dazu nutzen, um Wissen für Prüfungen auswendig zu lernen, weshalb Jill auch nicht besonders gut in der Schule war.

VIDEO: The Boy Who Can't Forget - Dokumentarfilm

46:58 Minuten, englisch

Jill's Leben ist aufgrund ihres lückenlosen Gedächtnisses relativ kompliziert, da sie sich eben permanent an alles erinnern kann und viel über Fehler ihrer Vergangenheit nachdenkt, die andere Menschen einfach vergessen oder verdrängen würden. Nach ihrem Interview in 2008 war Jill sehr zurückhaltend was weitere Interviews betrifft. Im Jahr 2012 gab Jill dann jedoch dem Dokumentarfilmmacher Barnaby Peel für seinen BBC-Film "The Boy Who Can't Forget" (Der Junge der nicht vergessen kann) ein weiteres Interview. Dieser Film berichtet über Aurelien Hayman, einen damals 20-jährigen Studenten aus England, bei dem ebenfalls das hyperthymestischen Syndrom diagnostiert wurde.


1.3 Ben Underwood - Ein blinder Junge, der "sehen" konnte


Nachdem bei Ben Underwood im Alter von zwei Jahren Tumore in seinen Augen festgestellt wurden, mussten sie ihm im Alter von drei Jahren beide entfernt werden.

Er brachte sich danach selbst bei, ein inneres Bild seiner Umgebung wahrzunehmen, indem er Klickgeräusche mit seiner Zunge erzeugte und das Echo der Klicks in ein inneres Bild umwandelte. Er begann damit im Alter von drei Jahren und verbesserte seine Technik, sodass er sowohl Echos von Gegenständen aus Metall, Holz oder auch anderen Menschen wahrnehmen konnte. Ben war in der Lage, den Abstand zu Gegenständen in seiner Umgebung dadurch zu lokalisieren, wie laut oder leise das Echo war.

Da er zwei Glasaugenprothesen trug, war seine Behinderung nicht auf den ersten Blick offensichtlich. Ben benutzte nie einen Blindenhund oder einen Blindenstock. Nachdem über seine ungewöhnliche Fähigkeit in den Medien berichtet wurde, war er zu Gast in Fernsehsendungen und es wurden Artikel über ihn geschrieben.

Die wichtigste Person in Ben's Leben war seine Mutter. Sie sagte ihm von klein auf: "Dein Name ist Benjamin Underwood und du kannst alles erreichen". Ben hatte auch ein spezielles Talent wahrzunehmen, wie andere Menschen über ihn dachten, ob sie ihn als Mensch ablehnten oder annahmen. Ben's Krebs kehrte im Jahr 2007 zurück. Diesmal war die Therapie nicht erfolgreich und Ben starb eine Woche vor seinem 17. Geburtstag.

VIDEO: Ben Underwood miracle

3:02 Minuten, englisch

Dieses kurze englischsprachige Video gibt einen interessanten Einblick in die unglaubliche Geschichte von Ben Underwood.



2) Ungewöhnliche Forschung: Über Wissenschaftler, die sich mit Experimenten zur übersinnlichen Wahrnehmungen befassen


2.1 Prof. Etzel Cardeña 


Prof. Etzel Cardeña ist Professor für Psychologie an der Lund Universität in Schweden, wo er CERCAP leitet, das Zentrum für Bewusstsein zur Erforschung von anormaler Psychologie.

Seine Hauptforschungsgebiete beinhalten ungewöhnliche Erfahrungen (wie scheinbare PSI Phänomene), hypnotische Neurophänomenologie und dissoziative Reaktionen auf Trauma sowie dissoziative Störungen. Er ist Mitglied zahlreicher Organisationen wie der APA und APS und kann inzwischen auf mehr als 400 Publikationen zurückblicken.

Im Jahr 2014 hat Professor Cardeña hat einen Aufruf verfasst, der sich für die gründliche Erforschung von PSI-Phänomenen sowie Anomalien von Bewusstsein ausspricht. Der Aufruf wurde von 90 Wissenschaftlern unterzeichnet, die meisten davon Professoren an renommierten Universitäten in der ganzen Welt. Leider blieb der Aufruf wirkungslos. Bis heutehin wird Forschung an ungewöhnlichen Bewusstseinsphänomenen von der Mainstream-Wissenschaft ignoriert, wenn nicht gar diskreditiert. Woran das liegen könnte, haben wir auf der Artikelseite "Starre Paradigmen und kognitive Dissonanz" erörtert.

Aufruf zur offenen Erforschung aller Aspekte von Bewusstsein (publiziert in Frontiers in Human Neuroscience, 8. Januar 2014)

Wissenschaft lebt von offenen, informierten Diskussionen über alle vorliegenden Beweise, genauso wie von der Erkenntnis, dass Wissen stets vorläufig ist und oft revidiert werden muss. Diese Einstellung steht im Kontrast zum Erlangen von Überzeugungen oder den Behauptungen von Autoritätsfiguren. Die Suche nach Wissen - egal zu welchen Einsichten dies auch führen mag - inspirierte bereits im Jahr 1882 eine Gruppe angesehener Wissenschaftler und führte damals in London zur Gründung der Gesellschaft für paranormale Forschung (Society of Psychical Research).

Zielsetzung dieser Gesellschaft war die "vorurteilsfreie Erforschung der umfangreichen Sammlung fragwürdiger Phänomene mit der gleichen leidenschaftslosen Gründlichkeit, welche der Wissenschaft die Lösung so vieler anderer Probleme ermöglicht hat". Einige der dabei untersuchten Bewusstseinsbereiche wie psychologische Dissoziation, Hypnose und vorbewusste Wahrnehmungen sind heute fester Bestandteil der Mainstream-Wissenschaft. Dies gilt jedoch nicht für Forschung über angebliche Telepathie oder Vorahnungen, welche durch einige Wissenschaftler (allerdings basierend auf Umfragen eine klare Minderheit) a priori als Pseudowissenschaft oder illegitim eingestuft werden. Entgegen des negativen Eindrucks, der durch einige Kritiker vermittelt wird, möchten wir Folgendes feststellen:

1. Forschung zu parapsychologischen Phänomenen (PSI) wird von zahlreichen akkreditierten Universitäten und Forschungszentren in der ganzen Welt und von Akademikern aus unterschiedlichen Fachbereichen, die alle in wissenschaftlicher Methodik geschult sind, durchgeführt (etwa 80 Forscher mit Doktortitel wurden allein in Großbritannien für Forschung zu PSI-Themen ausgezeichnet). Diese Forschung findet seit über einem Jahrhundert statt - trotz des bestehenden Tabus diese Themen zu erforschen, trotz des Fehlens jeglicher Forschungsgelder und trotz persönlicher und beruflicher Angriffe. Die Parapsychologische Vereinigung (Parapsychological Association) ist seit 1969 ein Partner der AAAS (American Association for the Advancement of Science) [der amerikanischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft - der größten weltweiten Vereinigung dieser Art]. Mehr als 20 Nobelpreisträger und viele andere bedeutende Wissenschaftler haben sich für die Erforschung von PSI-Phänomenen ausgesprochen oder sogar selbst auf diesem Gebiet geforscht.

2. Trotz der negativen Einstellung von Herausgebern und Gutachtern bezüglich des Themas, werden immer wieder Forschungsergebnisse in durch Gutachter geprüften Journalen aus den Bereichen Psychologie, Neurowissenschaften und Physik publiziert, welche für die Validität von PSI-Phänomenen sprechen.

3. Zunehmende experimentelle Kontrolle hat nicht dazu gerführt, dass die für PSI-Phänomene sprechenden Beweise verschwunden sind oder auch nur abgenommen haben, was durch zahlreiche Metaanalysen der jüngsten Vergangenheit belegt wurde.

4. Diese Metaanalysen und andere Studien weisen darauf hin, dass die Messdaten, die für PSI-Phänomene sprechen nicht durch Zufall oder Vorselektion [das unter den Tisch fallen lassen von Messungen, wo keine PSI-Effekte aufgeteten sind] erklärt werden können. Im Gegensatz zu anderen Disziplinen haben parapsychologische Fachzeitschriften sogar zur Publizierung von Null-Effekt-Ergebnissen und Parapsychologie-kritischen Artikeln angeregt. Es wurde sogar eine Vorab-Registrierung von PSI-Experimenten eingeführt, um die Forschungspraxis diesbezüglich zu verbessern.

5. Die Effektgrößen, über die in den meisten Metaanalysen berichtet wurde, sind zwar relativ klein und die Phänomene können nicht auf Kommando hin reproduziert werden, aber dies ist charakteristisch auch für Phänomene, die in anderen Disziplinen entdeckt wurden - wie z.B. komplexes menschliches Verhalten und Leistungsfähigkeit in den Bereichen Psychologie und Medizin.

6. Obwohl weitere Theorieentwicklung und Forschung zu überzeugenderen Erklärungenmodellen für PSI-Phänomene notwendig ist, verletzen PSI-Phänomene anscheinend keine physikalischen Naturgesetze, speziell wenn dabei moderne Theorien der Physik berücksichtigt werden, welche die klassischen Beschränkungen von Zeit und Raum transzendieren und zunehmend Beweise für Quanteneffekte in biologischen Systemen liefern.

Beim Ansatz, dass "außergewöhnliche Behauptungen mit außergewöhnlichen Beweisen untermauert werden müssen", liegt häufig ein Missverständnis bezüglich der ursprünglichen Intention dieses Satzes vor. Selbst bei einer fehlerhaften Interpretation bleibt unklar, was genau als "außergewöhnliche Behauptung" zu klassifizieren ist. Zum Beispiel galten viele heute wissenschaftlich anerkannte Phänomene wie die Existenz von Meteoriten, die Bakterientheorie beim Auslösen von Krankheiten oder die neuronale Entwicklung bei Erwachsenen lange Zeit als so außergewöhnlich, dass jegliche Beweise für ihre Existenz von zeitgenössischen Wissenschaftlern ignoriert oder abgelehnt wurden.
Es ist weiterhin unklar, was genau als "außergewöhnlicher Beweis" anerkannt würde und wer dabei die Anerkennungskriterien festlegt. Empirische Beweise a priori aufgrund von Befangenheit oder theoretischen Annahmen zurückzuweisen, basiert auf einem Misstrauen daran, dass der wissenschaftliche Prozess eigenständig in der Lage ist, diese Beweise zu diskutieren und zu beurteilen.
Die Unterzeichner dieses Aufrufs sind unterschiedlicher Ansicht darüber, in welchem Ausmaß PSI-Phänomene bereits als wissenschaftlich bewiesen angesehen werden können. Wir sind jedoch alle der Meinung, dass Wissenschaft einen undogmatischen, offenen, kritischen aber respektvollen Prozess darstellt, der eine gründliche Abwägung aller vorliegender Beweise erfordert. Dabei gilt es sowohl skeptisch bezüglich bestehender Annahmen als auch bezüglich solcher Annahmen zu sein, welche die bestehenden Annahmen in Frage stellen.

Unterzeichner

- Daryl Bem, emeritierter Psychologieprofessor, Cornell Universität, USA
- Etzel Cardeña, Thorsen Psychologieprofessor, Lund Universität, Schweden
- Bernard Carr, Professor für Mathematik und Astronomie, Universität von London, UK
- C. Robert Cloninger, Renard Professor für Psychiatrie, Genetik & Psychologie, Washington Universität in St. Louis, USA
- Robert G. Jahn, früherer Dekan für Ingenieurwissenschaften, Princeton Universität, USA
- Brian Josephson, emeritierter Physikprofessor, Universität von Cambridge, UK (Physik-Nobelpreisträger, 1973)
- Menas C. Kafatos, Fletcher-Jones-Stiftungs-Professor für Berechnungs-Physik, Chapman Universität, USA
- Irving Kirsch, Psychologieprofessor, Universität von Plymouth, UK & Medizindozent der Harvard Medical School, USA
- Mark Leary, Professor für Psychologie und Neurowissenschaften, Duke Universität, USA
- Dean Radin, Forschungsleiter, Institut für ganzheitliche Wissenschaften, & Fakultätsmitglied im Fachbereich Psychologie an der Sonoma State Universität, USA
- Robert Rosenthal, Professor, Universität von Kalifornien, Riverside, emeritierter Edgar Pierce Professor, Harvard Universität, USA
- Lothar Schäfer, emeritierter Professor für physikalische Chemie, Universität von Arkansas, USA
- Raymond Tallis, emeritierter Professor für Altersheilkunde, Universität von Manchester, UK
- Charles T. Tart, emeritierter Psychologieprofessor, Universität von Kalifornien, Davis, USA
- Simon Thorpe, Forschungsleiter CNRS (Gehirn und Kognition), Universität von Toulouse, Frankreich
- Patrizio Tressoldi, Forscher am Fachbereich Psycholgie, Universität von Padova, Italien
- Jessica Utts, Statistik-Professorin und Fachbereichsleiterin, Universität von Kalifornien, Irvine, USA
- Max Velmans, emeritierter Psychologieprofessor, Goldsmiths, Universität von London, UK
- Caroline Watt, Psychologie-Dozentin, Universität von Edinburgh, UK
- Phil Zimbardo, emeritierter Psychologieprofessor, Stanford Universität, USA

sowie

- P. Baseilhac, Forscher im Fachbereich theoretische Physik, Universität von Tours, Frankreich
- Eberhard Bauer, Abteilungsleiter, Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Freiburg, Deutschland
- Hans Bengtsson, Psychologieprofessor, Lund Universität, Schweden
- Michael Bloch, Psychologieprofessor, Universität von San Francisco, USA
- Stephen Braude, emeritierter Philosophieprofessor, Universität von Maryland Baltimore County, USA
- Richard Broughton, Dozent, Fachbereich Sozialwissenschaften, Universität von Northampton, UK
- Antonio Capafons, Psychologieprofessor, Universität von Valencia, Spanien
- Allan Leslie Combs, Doshi Professor für Bewusstseinsforschung, Kalifornisches Institut für ganzheitliche Studien, USA
- Deborah Delanoy, emeritierte Psychologieprofessorin, Universität von Northampton, UK
- Arnaud Delorme, Professor für Neurowissenschaften, Paul Sabatier Universität, Frankreich
- Vilfredo De Pascalis, Professor für allgemeine Psychologie, "La Sapienza" Universität von Rom, Italien
- Kurt Dressler, emeritierter Professor für Molekularspektrographie, Eidg. Techn. Hochschule Zürich, Schweiz
- Hoyt Edge, Hugh H. and Jeannette G. McKean Professor für Philosophie, Rollins College, USA
- Franco Fabbro, Professor für Kinder-Neuropsychiatrie, Universität von Udine, Italien
- Enrico Facco, Professor für Anästhesie und Intensivmedizin, Universität von Padua, Italien
- Wolfgang Fach, Forscher, Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Freiburg, Deutschland
- Harris L. Friedman, ehemaliger Forschungsprofessor für Psychologie, Universität von Florida, USA
- Alan Gauld, ehemaliger Lektor für Psychologie, Universität von Nottingham, UK
- Antoon Geels, emeritierter Professor für Religionspsychologie, Lund Universität, Schweden
- Richard Conn Henry, Akademieprofessor (Physik und Astronomie), The Johns Hopkins Universität, USA
- David J. Hufford, emeritierter Universitätsprofessor, Penn State College für Medizin, USA
- Oscar Iborra, Forscher, Abteilung für experimentelle Psychologie, Granada Universität, Spanien
- Harvey Irwin, ehemaliger Professor, Universität von New England, Australien
- Graham Jamieson, Dozent für humane Neuropsychologie, Universität von New England, Australien
- Per Johnsson, Leiter des Fachbereichs Psychologie, Lund Universität, Schweden
- Hideyuki Kokubo, Forscher, Institut für Bewusstseinsinformatik, Meiji Universität, Japan
- Jeffrey J. Kripal, J. Newton Rayzor Professor für Religionsforschung, Rice Universität, USA
- Stanley Krippner, Professor für Psychologie und ganzheitliche Forschung, Saybrook Universität, USA
- David Luke, Dozent, Fachbereich Psychologie und Beratung, Universität von Greenwich, UK
- Fatima Regina Machado, Forscherin, Universität von São Paulo, Brasilien
- Markus Maier, Psychologieprofessor, Universität München, Deutschland
- Gerhard Mayer, Forscher, Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Freiburg, Deutschland
- Antonia Mills, Professorin für indianische Kulturforschung, Universität von Northern British Columbia, Kanada
- Garret Moddel, Professor für Elektrotechnik, Informatik und Energietechnik, Universität von Colorado, Boulder, USA
- Alexander Moreira-Almeida, Psychologieprofessor, Universität Federal de Juiz de Fora, Brasilien
- Andrew Moskowitz, Professor für Psychologie und Verhaltensforschung, Aarhus Universität, Dänemark
- Julia Mossbridge, Fakultät für Psychologie, Northwestern Universität, USA
- Judi Neal, emeritierter Professor für Management, Universität von New Haven, USA
- Roger Nelson, ehemaliger Forscher, Princeton Universität, USA
- Alejandro Parra, Forscher im Fachbereich Psychologie, Universität Abierta Interamericana, Argentinien
- José Miguel Pérez Navarro, Dozent für Bilding, Internationale Universität von La Rioja, Spanien
- Gerald H. Pollack, Professor für Bioengineering, Universität von Washington, Seattle, USA
- John Poynton, emeritierter Biologieprofessor, Universität von KwaZulu-Natal, Südafrika
- David Presti, Dozent für Neurobiologie und Kognitionswissenschaft, Universität von Kalifornien, Berkeley, USA
- Thomas Rabeyron, Dozent für klinische Psychologie, Nantes Universität, Frankreich
- Inmaculada Ramos Lerate, Forscher im Fachbereich Physik, Alba Synchrotron Light Source, Barcelona, Spanien
- Chris Roe, Psychologieprofessor, Universität von Northampton, UK
- Stefan Schmidt, Professor, Europa Universität Viadrina, Deutschland
- Gary E. Schwartz, Professor für Psychologie, Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Chirurgie, Universität von Arizona, USA
- Daniel P. Sheehan, Physikprofessor, Universität von San Diego, USA
- Simon Sherwood, Dozent für Psychologie, Universität von Greenwich, UK
- Christine Simmonds-Moore, Juniorprofessorin für Psychologie, Universität von West Georgia, USA
- Mário Simões, Psychiatrieprofessor, Universität von Lissabon, Portugal
- Huston Smith, emeritierter Philosophieprofessor, Syracuse Universität, USA
- Jerry Solfvin, Professor für indische Forschung, Universität von Massachusetts, Dartmouth, USA
- Lance Storm, Gastforscher, Universität von Adelaide, Australia
- Jeffrey Allan Sugar, Professor für Klinische Psychiatrie, Universität von Süd-Kalifornien, Los Angeles, USA
- Neil Theise, Professor für Pathologie und Medizin, The Icahn School of Medicine at Mount Sinai, USA
- Jim Tucker, Bonner-Lowry Professor für Psychiatrie und Neuroverhaltenswissenschaften, Universität von Virginia, USA
- Yulia Ustinova, Geschichtsprofessor, Ben-Gurion Universität der Negev, Israel
- Walter von Lucadou, Dozent an der Technischen Universität Furtwangen, Deutschland
- Maurits van den Noort, Forschungsleiter, Freie Universität von Brüssel, Belgien
- David Vernon, Dozent für Psychologie, Canterbury Christ Church Universität, UK
- Harald Walach, Professor, Europa Universität Viadrina, Deutschland
- Helmut Wautischer, Dozent für Philosophie, Sonoma State Universität, USA
- N.C. Wickramasinghe, Professor für Astrobiologie, Cardiff Universität, UK
- Fred Alan Wolf, ehemaliger Physikprofessor an der San Diego State Universität, sowie den Universitäten von Paris, London und der Hebrew Universität von Jerusalem
- Robin Wooffitt, Soziologieprofessor, Universität von York, UK
- Wellington Zangari, Psychologieprofessor, Universität von Sao Paulo, Brasilien
- Aldo Zucco, Psychologieprofessor, Fachbereich Allgemeine Psychologie, Universität von Padova, Italien


2.2 Dr. Dean Radin


Dr. Dean Radin ist einer der Pioniere im Bereich parapsychologischer Forschung. 

Nach einer Ausbildung zum professionellen Konzertviolinist hatte Dean Radin zunächst Elektrotechnik studiert, darin einen Abschluss mit Auszeichnung erlangt und daraufhin Psychologie studiert, worin er schließlich seinen Doktortitel erhielt. Neben mehrjähriger Tätigkeit als Ingenieur ist er nun seit dem Jahr 2000 Forschungsleiter beim IONS Institut für ganzheitliche Wissenschaft in Kalifornien. Seine Website finden Sie unter diesem Link: http://www.deanradin.com

Seine Versuche zu Telepathie und zu Vorwissen unseres Unterbewusstseins über unmittelbar bevorstehende Ereignisse zeigen deutlich, dass wir zahlreiche Phänomene unserer Realität mit einem rein materialistischen Weltbild nicht zufriedenstellend erklären können.

In den nachfolgenden Vorträgen und Interviews erhalten Sie einen ersten Einblick in seine Arbeit. Spezifischere Experimente und Studien werden in weiteren Artikeln dieser Rubrik "Bewusstseinsforschung" vorgestellt.

VIDEO: Dr. Dean Radin - Forschung zu Bewusstsein und PSI-Phänomenen

30:15 Minuten, deutsche Übersetzung

Dieses Interview ist schon etwas älter (2011), eignet sich aber am besten, Dean Radin und das Thema Parapsychologie vorzustellen. Der anschließende Vortrag aus dem Jahr 2018 bietet sodann einen noch tieferen Einstieg.

00:00 Wieso untersuchen Sie Anomalien im Bereich Bewusstsein?
01:05 Wieso sind die Ergebnisse von Versuchen mit Zufallszahlengeneratoren signifikant?
02:55 Worum geht es bei "Anstarr-Experimenten" und wie wurden sie entwickelt?
04:30 Wieso werden PSI Effekte von der Mainstream-Wissenschaft ignoriert?
10:30 Wieso ist die Erforschung von erweitertem Bewusstsein ein Tabuthema?
12:45 Was hat es mit Experimenten zu Vorahnung / Wissen über die Zukunft auf sich?
21:40 Nehmen Probanden die "tatsächliche" oder die "wahrscheinlichste" Zukunft wahr?
24:10 Wie wird sich die PSI-Forschung in Zukunft weiterentwickeln?
27:15 Was sind die philosophischen Implikationen der Bewusstseinsforschung?
28:20 Gibt es einen bewusstseinsbasierten Aspekt bei der Erschaffung der physischen Realität?
30:00 Ende des Interviews

VIDEO: Dr. Dean Radin - Psi und Parapsychologie

44:49 Minuten, deutsche Übersetzung

In diesem Vortrag vom August 2018 geht Dean Radin auf die falsche Wahrnehmung von Parapsychologie und Psi-Phänomenen in der Bevölkerung ein und er stellt die historischen Wurzeln der Parapsychologie sowie neuste Forschungsergebnisse aus diesem Bereich vor. Dabei verweist er auf eine Reihe von Publikationen in anerkannten Wissenschaftsjournalen, sowie auf Bücher von Mainstream-Wissenschaflern, die den Materialismus als einzig gültiges Erklärungsmodell für Realität zunehmend in Frage stellen. Ein sehenswerter und auch teilweise unterhaltsamer Vortrag, gehalten im August 2018 auf der 61. Jahrestagung der "Parapsychological Association" (https://www.parapsych.org/).

VIDEO: Dean Radin - Science and the taboo of psi

95 Minuten, englisch

In diesem englischsprachigen Vortrag aus dem Jahr 2008 geht Dean Radin der Frage nach, ob Telepathie, Hellsichtigkeit und andere Psi-Fähigkeiten wirklich existieren. Die Mehrheit der Bevölkerung glaubt an diese Fähigkeiten, aber weniger als ein Prozent aller Mainstream-Forschungs-Institutionen besitzt einen Fachbereich, der in diesem Gebiet forscht. Wieso wird einem Thema, an dem so weitverbreitetes Interesse besteht, mit so überwältigendem Schweigen in der Wissenschaft begegnet? Die Antwort liegt nicht am Fehlen wissenschaftlicher Beweise oder dem Mangel an wissenschaftlichem Interesse sondern es liegt eher an einem Tabu. Dean diskutiert die Natur dieses Tabu, zeigt einige empirische Beweise sowie kritische Reaktionen auf und spekuliert über deren Bedeutung.


2.3 Prof. Adrian Parker: Eine Übersicht der Beweise für PSI-Phänomene


Adrian Parker ist emeritierter Psychologieprofessor, Universität von Göteborg, Schweden.

Zusammen mit Göran Brusewitz, Präsident der schwedischen Gesellschaft für Parapsychologie, hat er anhand einer kritischen Überprüfung verschiedener Studien bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts eine Übersicht zu Beweisen für paranormale Phänomene erstellt. Nachstehend wird der entsprechende Artikel der beiden Autoren in Kurzform vorgestellt.

Hier geht es zur Website von Prof. Parker an der Universität vom Göteborg: https://www.gu.se/en/about/find-staff/adrianparker

Eine Übersicht zu Beweisen für PSI-Phänomene (Europäisches Journal für Parapsychologie, 2003, Ausgabe 18) 

Download:


Dieser Artikel verfolgt das Ziel, die primären Quellen zu Studien über PSI-Phänomene für eine kritische Überprüfung zusammenzustellen. Obwohl diese Liste nicht erstellt wurde, um überzeugende Beweise für PSI-Phänomene zu liefern, so verfolgt sie doch das Ziel, Ressourcen für die weitere Erforschung der Thematik zu mobilisieren. Die beobachteten Effekte sind nicht vernachlässigbar und sie sind replizierbar, obwohl offensichtlich ist, dass die Effekte in vielen Fällen vom Experimentator und den Probanden abhängen. Diese Zusammenstellung enthält Quellen wie klassische Studien, Metaanalysen von replizierten Studien, Versuche mit besonders begabten Probanden, Experimente zur Beweisführung, sowie eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Forschungsbereich. Wo dies möglich war, wurden Webseitenadressen und Links angegeben, wo diese Quellen verfügbar sind. Theoriebasierte Forschung ist dringend notwendig, speziell um den Einfluss des Experimentators auf die Versuchsergebnisse zu erklären.

Schlussfolgerungen (Auszug):

Basierend auf dieser Übersicht scheint es relativ klar, dass - unabhängig von der Interpretation einzelner Studien - das Gesamtergebnis auf einen unerklärlichen Informationstransfer hindeutet und dass die beobachteten Effekte nicht marginal sind und repliziert werden können.

Obwohl die Replikation der Phänomene nicht allen Forschern gelingt, sind die PSI-Effekte doch in einem Ausmaß replizierbar, das sinnvolle und produktive Forschung ermöglicht. Dies passt gut zur Schlussfolgerung, die Jessica Utts (1996) in ihrem Bericht über von der US-Regierung finanzierter Forschung zu Remote Viewing gezogen hat: Es gibt einen kleinen bis mittleren Effekt. Forscher Ray Hyman (1996) beurteilt den Fortschritt in diesem Forschungsbereich nicht so positiv wie Utts, aber beide stimmen darin überein, dass die Forschung fortgesetzt werden sollte und dass sie durch Universitäten unterstützt werden sollte, was jedoch nicht geschehen ist.

Was die Forschung im parapsychologischen Bereich so schwierig macht, ist der Einfluss des Experimentators auf die Versuchsergebnisse. Dies wird manchmal als Erklärung für fehlgeschlagene Experimente herangezogen aber selbst bei erfolgreichen Experimenten ist dieser Einfluss deutlich erkennbar. Dann wird oft vernachlässigt, dass PSI-Effekte auf PSI-Fähigkeiten des Experimentators zurückzuführen sein könnten. Da dies ein wenig erforschter Bereich ist, wurde er in dieser Analyse nicht berücksichtigt.

Der positive Aspekt dabei ist: Wenn der richtige Experimentator mit den richtigen Probanden die richtige Methodik anwendet, werden große und nachweisbare Effekte erzielt und es sind diese Bedingungen unter denen genauer erforscht werden sollte, wie der beobachtete Prozess funktioniert.

3) Weiterführende Informationen und Buchtipps: