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Rätselhafte Anomalien

Das Kornkreis-Phänomen (1/2)
Schwer zu erzeugende Kornkreise: Beispiele und Erklärungsansätze


Was Kornkreise sind und warum manche von ihnen bis heute so rätselhaft sind


1) Was sind Kornkreise?

Kornkreise erscheinen vorwiegend in den Getreidefeldern Südenglands aber auch in manch anderen Getreidefeldern in und außerhalb Europas. Über Nacht bilden sich auf mysteriöse Weise geometrische Muster, deren Komplexität und Schönheit sich erst aus der Vogelperspektive offenbaren. Am Boden sieht man nur spiralförmig umgelegtes Getreide, weshalb Landwirte in Kornkreisen zuallererst ein kostspieliges Ärgernis sehen.

Für Skeptiker sind Kornkreise natürlich alles andere als mysteriös. Sie gehen davon aus, dass ausnahmslos alle Kornkreise von Menschen angelegt werden: entweder als Landschaftskunst, als PR-Aktion, einfach nur aus Spaß oder aber als provokatives Projekt, um Esoteriker als leichtgläubige Spinner zu entlarven. Wenn man sich jedoch – anders als die Skeptiker – sehr ernsthaft und sehr differenziert mit Kornkreisen auseinandersetzt, entpuppt sich diese Pauschalannahme als zweifelhaft. Einige Kornkreise weisen nämlich Eigenschaften auf, die Menschen nicht einfach so in einer „Nacht und Nebel“-Aktion in ein Getreidefeld zaubern könnten. Es sei denn, man unterstellt eine geheime Verschwörung mit High-Tech-Technologie und hochprofessioneller Logistik.

2) Merkmale schwer zu erzeugender Kornkreise

Kornkreise, die offensichtlich nicht über Nacht von einigen Spaßvögeln angelegt werden können, bestechen unter anderem durch ihre unglaubliche Präzision und Komplexität.

Kornkreis von Milk Hill, 13. August 2001. Bildquelle: https://snl.no/kornsirkler (Public Domain)

Schauen Sie sich beispielsweise den ersten hier abgebildeten Kornkreis an. Dieser Kornkreis entstand in der Nacht zum 13. August 2001 in der Gegend von Milk Hill in Südengland.

Sein Durchmesser betrug 240 Meter und er bestand aus 409 Einzelkreisen, die allesamt perfekt zueinander angeordnet waren und ein atemberaubendes, symmetrisches Muster ergaben. Zur Verdeutlichung: Die Länge eines Fußballfeldes beträgt 105 Meter. Der Gesamtdurchmesser dieses Gebildes betrug also mehr als das Doppelte eines Fußballfeldes! Wie könnte eine Handvoll Menschen das in nur einer Nacht bewerkstelligen? Wie könnten sie in der Dunkelheit solch eine exakte Präzision erzielen? Wie wäre es möglich, dass sie dabei keinerlei Spuren hinterlassen? Wie gelänge es ihnen, so diskret und geräuschlos vorzugehen, dass niemand auch nur irgendetwas davon mitbekommt? Und warum sollten sich die Urheber dieses gigantischen Kornkreises auch über zwei Jahrzehnte später nicht zu ihrem fantastischen Kunstwerk bekennen? Warum diese Geheimnistuerei? Welchen Sinn sollte solch eine Aktion haben?

Kornkreis von Barbury Castle, 1. Juni 2008. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lucy_Pringle_Aerial_Shot_of_Pi_Crop_Circle_-_panoramio.jpg (sirk_nala; gemeinfrei)

Ein weiterer erstaunlicher Kornkreis entstand in der Nacht zum 1. Juni 2008 in der Nähe von Barbury Castle in der englischen Grafschaft Wiltshire. 

Auch hier stellt sich die Frage, wie eine Gruppe von Spaßvögeln so etwas in solch erstaunlicher Präzision in nur einer Nacht anlegen könnte – ohne irgendeine Spur zu hinterlassen und ohne dabei erwischt zu werden. Noch dazu liegt in der Geometrie dieses Kornkreises eine intelligente mathematische Symbolik verborgen: Achten Sie einmal auf die spiralförmige Linie, die an verschiedenen Stellen jeweils durch rechtwinklige „Sprünge“ nach außen geschoben wird. Die Abstände zwischen diesen „Sprüngen“ sind unterschiedlich lang. Außerdem sieht man direkt hinter dem ersten rechtwinkligen „Sprung“ (vom Zentrum aus gesehen) einen kleinen Punkt sowie drei weitere, größere Punkte ganz am Ende der Spirale. Dass diese Anordnung wohl nicht zufällig gewählt ist, fand als erstes der Astrophysiker Michael Reed heraus: Teilt man den Kornkreis in zehn gleich große Segmente und verfolgt man dabei die rechtwinkligen „Sprünge“ in der Spirallinie, lässt sich aus diesem Kornkreis die berühmte Kreiszahl Pi ablesen.

Bildquelle: Daily Mail: https://www.dailymail.co.uk/news/article-1027178/Easy-pi-Astrophysicist-solves-riddle-Britains-complex-crop-circle.html

Die hier abgebildete Illustration verdeutlicht die Codierung der Zahl Pi:

Die Zahl Pi lautet 3,141592654... und hat unendlich viele weitere Nachkommastellen. Die Zahl 3 vor dem Komma entspricht der Anzahl an der drei ersten Zehntel-Segmente zu Beginn der Spirale bis zum ersten rechtwinkligen "Sprung" in der Spirale (siehe die kleinen roten Felder im Zentrum). Genau am Ende dieser drei Zehntel-Stücke befindet sich ein Punkt, der den Dezimalpunkt bzw. das Komma darstellen soll. Dahinter folgt ein grünes Zehntel-Segment bis zum nächsten rechtwinkligen Sprung. Dieses einzelne Zehntel-Segment steht für die Zahl 1 hinter dem Komma. Dann folgen vier violette Zehntel-Blöcke die für die Zahl 4 stehen - und so weiter. Hinter der letzten Nachkommastelle (siehe die vier äußeren, blauen Zehntel-Blöcke für die Zahl 4) sind drei Kreise angeordnet, die darauf hinweisen, dass bei Pi eigentlich unendlich viele weitere Nachkommastellen folgen.

Im weiter unten verlinkten Video erklärt der Kornkreisforscher Andreas Müller den Zusammenhang noch etwas anschaulicher anhand einer visuellen Animation (ab Minute 22:40). Daneben finden Sie in der gleichen Videoquelle viele weitere hochinteressante Kornkreise unbekannten Ursprungs, von denen allerdings nicht alle auf eine nichtmenschliche Urheberschaft hindeuten.

Trotzdem zeigt diese Videodokumentation sehr nachvollziehbar, warum zumindest Kornkreise wie diejenigen von Milk Hill und Barbury Castle womöglich nicht von Menschen gemacht worden sind. 

Hierfür sprechen nach Meinung der in dieser Dokumentation befragten Kornkreisforscher vor allem die folgenden fünf Merkmale: 

1. Die Größe, Komplexität und Präzision der Muster: Die komplexe und hochgenaue Geometrie solcher Kornkreise ist erst aus der Luft sichtbar. Häufig stehen diese Formen in Analogie zu Mustern aus der Natur (Kristalle, Blüten, ...). Es ist schwer vorstellbar, wie Menschen am Boden ein derart präzises Umlegen des Getreides (und noch dazu im Dunkeln und in so kurzer Zeit – siehe nächster Punkt) technisch und logistisch bewerkstelligen könnten, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt.

2. Der kurze Entstehungszeitraum: Die meisten Kornkreise entstehen über Nacht innerhalb kürzester Zeitspannen, manche selbst bei Schlechtwetter und matschigem Boden. Dennoch gibt es am nächsten Morgen keinerlei Spuren von menschlicher Aktivität (zum Beispiel Fußspuren).

3. Nachweis von Anomalien am Getreide: Am umgelegten Getreide treten scheinbar häufig Anomalien auf, die in dieser Form und Intensität bei bekannten menschengemachten Kreisen nicht auftauchen. Mit Mikrowellenstrahlung konnten diese Effekte künstlich reproduziert werden, was die Vermutung nährt, dass energetische Effekte bei der Entstehung der Kornkreise eine Rolle spielen könnten. Im Übrigen treten diese Anomalien in Form einer gleichmäßig abnehmenden Verteilung vom Zentrum bis zum Rand auf.

4. Nachweis von magnetischen Partikeln: Am Boden sind bei einigen Kornkreisen angeblich immer wieder magnetische Partikel gefunden worden, manchmal mit einer zu den Rändern hin zunehmenden Intensität.

5. Codierte Botschaften: Einige dieser Kornkreise, wie zum Beispiel das Exemplar von Barbury Castle, enthalten codierte Botschaften, die von hoher mathematischer Intelligenz zeugen. Hierzu wären selbstverständlich auch Menschen in der Lage, jedoch würde dieser Aspekt die Planung und exakte Ausführung des Vorhabens nochmals erheblich erschweren (siehe Punkte 1 und 2).

VIDEO: Die neue Feldordung - Kornkreisforschung (NuoViso TV)

50:06 Minuten, deutsch, Quelle: http://www.NuoViso.TV // http://www.exopolitik.org

NuoViso begab sich im Sommer 2008 nach Wiltshire in Südengland, um dort Kornkreisforscher bei ihrer Arbeit zu begleiten. Diese versuchen dem Phänomen mit wissenschaftlichen Methoden auf den Grund zu gehen, spüren ungewöhnliche Wachstumsknoten im Getreide, magnetische Partikel im Feld, sowie mutmaßliche Auswirkungen von Mikrowellenstrahlung auf.

Anmerkung: Beim ab Minute 32:00 vorgestellten Kornkreis von Chilbolton gibt es keine ausreichenden Bodenproben und es ist auch nicht überliefert, in welchem Zeitraum dieser Kornkreis entstand. Der Kornkreisforscher Andreas Müller weist deshalb in einem Online-Artikel darauf hin, dass leider offen bleiben muss, ob dieses Gebilde echt oder gefälscht ist. Sicher ist sich Müller aber aufgrund eigener Begehung, dass das ab Minute 33:40 gezeigte Gebilde menschliche Landschaftskunst und keinen "echten" Kornkreis darstellt.

3) Wer steckt hinter den schwer zu erzeugenden Kornkreisen?

Wenn Kornkreise wie derjenige von Milk Hill 2001 oder derjenige von Barbury Castle 2008 augenscheinlich nicht von Spaßvögeln angelegt wurden – wer oder was hat sie dann erschaffen? Darüber lässt sich natürlich nur spekulieren. 

Einige Kornkreisforscher vermuten, solche Kornkreise könnten ein noch unverstandenes Naturphänomen sein. Diese Hypothese stützt sich auf die Ähnlichkeiten zwischen der geometrischen Formgebung in der Natur (Kristalle, Blüten, ...) und den Mustern der meisten Kornkreise. Die gleiche „Kraft“, die die Materie und Lebewesen „in Form“ setzt, könnte demzufolge auch auf noch unverstandene Weise für den Eintrag ähnlicher Muster in die Felder sorgen.

Andere Kornkreisforscher mutmaßen, solche Kornkreise könnten von nichtmenschlichen Wesen geschaffen werden: entweder von physischen Außerirdischen oder von geistigen Wesen aus anderen Realitätsebenen. In diesem letzten Fall ließen sich Kornkreise als Indiz für die Existenz einer geistigen Hintergrundrealität deuten. Dafür, dass eine solche geistige Welt möglicherweise tatsächlich exisitieren könnte, finden Sie im Themenbereich "Bewusstseinsforschung" weitere Hinweise. Kornkreise könnten vielleicht als ein Mittel der Kommunikation zwischen geistiger und materieller Welt verstanden werden. Möglicherweise erschaffen Geistwesen solche Kornkreise, um der Menschheit Botschaften zu überbringen – und sei es nur der Hinweis, dass die Realität größer ist, als wir glauben. 

Skeptiker vertreten hingegen die Ansicht, dass selbst die schwer zu erzeugenden Kornkreise letztlich nichts anderes als Menschenwerk darstellen. Sie verweisen auf bereits aufgeflogene Fälschungen oder auf durch Wissenschaftler und Studenten in Experimenten reproduzierte Kornkreise. Zugleich betonen sie, dass ein übernatürlicher oder außerirdischer Ursprung wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Diesem Schein-Argument könnte man nach der gleichen Logik natürlich entgegenhalten, dass bei den Kornkreisen, deren Urheber unbekannt sind, auch noch keine Beteiligung von Menschen nachgewiesen werden konnte. Vor allem aber offenbart diese Argumentation, dass die Skeptiker den durchaus vorhandenen Indizien und Hinweisen, die für einen nichtmenschlichen Ursprung sprechen, nicht in angemessenem Maße Rechnung tragen. Wer nach intensiver Auseinandersetzung mit Kornkreisen wie den beiden oben abgebildeten von Milk Hill und Barbury Castle immer noch von Menschenwerk ausgeht, müsste dann schon eine professionelle Planung und technikgestützte Umsetzung durch rätselhafte Geheimgruppen voraussetzen.

4) Weiterführende Informationen und Buchtipps