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Rätselhafte Anomalien

Rätselhafte Funde und Bauwerke (3/5)
Fallbeispiel: Die Ostsee-Anomalie


Eine ungewöhnliche Struktur auf dem Meeresgrund der Ostsee gibt Anlass zu Spekulationen - zumal deren Entdecker behaupten, sie störe ihre Bordelektronik


1) Was ist die Ostsee-Anomalie und was sagt die Wissenschaft dazu? 

Die Ostsee-Anomalie ist ein rundliches, etwa 60 Meter großes Objekt auf dem Grund des Bottnischen Meerbusens, das 2011 von der schwedischen Schatzsuchergruppe "Ocean X" mittels Sonar entdeckt wurde (siehe entsprechendes Bildmaterial im Video im folgenden Abschnitt 2). 

Die Struktur befindet sich in rund 85 bis 90 Metern Tiefe und wirkt auf den Sonarbildern symmetrisch und ungewöhnlich regelmäßig, weshalb Spekulationen über abgestürzte UFOs, versunkene Bauwerke oder künstliche Installationen aufkamen. Wissenschaftliche Deutungen kommen jedoch zu einem anderen Schluss:

Geologen weisen darauf hin, dass die Struktur am ehesten ein natürlich entstandenes Gesteinsgebilde ist, vermutlich ein während der letzten Eiszeit von Gletschern transportierter und abgeschliffener Felsblock – ein sogenannter Findling oder Moränenrest. Auch der Bereich, der auf den Sonarbildern wie eine Art „Schleifspur“ aussieht, lässt sich laut Wissenschaftlern gut durch Sedimente, Strömungen oder Bildartefakte erklären. Hinweise auf künstliche Formen oder bearbeitete Oberflächen fehlen ihrer Meinung nach. Es wurden weder Werkzeuge gefunden noch gibt es Spuren, die auf bearbeitete oder konstruierte Strukturen hindeuten würden.

Archäologen sehen daher keinerlei Anzeichen für intelligente Aktivität an dem Objekt. Aus archäologischer Perspektive ist die Anomalie somit kein kulturelles Relikt, sondern ein geologisches Phänomen.

2) Warum die Entdecker der Ostsee-Anomalie das Objekt so mysteriös finden

Die professionellen Taucher Peter Lindberg und Dennis Åberg aus Schweden betreiben unter dem Namen "Ocean X Team" ein Bergungsunternehmen, das sich auf die Unterwassersuche nach versunkenen antiken Schätzen spezialisiert hat. Nach eigenen Angaben kehrten sie im Sommer 2011 von einer Expedition in der Ostsee zwischen Schweden und Finnland mit einem „verschwommenen, aber interessanten“ Sonarbild zurück, als sie nach einem alten Schiffswrack suchten. Das Bild zeige ein 60 Meter langes, kreisförmiges Objekt mit Merkmalen, die ihrer Deutung nach Rampen, Treppen und anderen Strukturen ähneln, die kaum von der Natur hätten hervorgebracht werden können. Die Gruppe besuchte die Fundstelle im folgenden Jahr erneut, um sich ein klareres Bild zu machen, stellte dann aber fest, dass "mysteriöse elektrische Interferenzen" sie daran hinderten.

Bei einer weiteren Expedition im Jahr 2019 fanden die Taucher ganz in der Nähe eine weitere ungewöhnliche, rechteckige Struktur. Auch bei dieser Expedition gab es ihren Angaben zufolge Störungen der elektrischen Geräte an Bord (siehe nachstehendes Video).

VIDEO: Expedition des "Ocean X Team" 2019

3:01 Minuten, englisch

In diesem kurzen Video berichtet das "Ocean X Team" von einer Expedition aus dem Jahr 2019. Dabei wurde in der Nähe der ursprünglichen Fundstelle der Ostsee-Anomalie eine weitere ungewöhnliche Struktur entdeckt. Erneut kam es dabei zu Störungen der elektrischen Messgeräte - ein mysteriöser Effekt, den das Team in diesem Video als "Fakt" bezeichnet.

Was genau sich dort auf dem Meeresboden befindet, kann bislang niemand genau sagen. 

Archäologen und Geologen gehen von einer natürlichen Gesteinsformation aus, können damit aber die angeblichen Störungen der elektrischen Geräte nicht erklären oder müssten diese auf andere Ursachen zurückführen bzw. sie als Lüge oder als zufällig betrachten. Andere Theorien reichen von Spekulationen über eine unbekannte historische Hochkultur bis hin zu einer UFO-Absturzstelle - ohne dass sich das belegen lässt.

Die Ostsee-Anomalie ist übrigens nicht die einzige Unterwasserstruktur, die aufgrund ihrer Geometrie unnatürlich wirkt. Eine andere rätselhafte Struktur ist das sogenannte "Yonaguni Monument" im japanischen Meer. Manche halten sie für eine ungewöhnliche natürliche Gesteinsformation, andere interpretieren sie als Werk einer versunkenen Hochkultur - die es aber nach unserem aktuellem Geschichtsbild an dieser Stelle eigentlich gar nicht geben dürfte: https://de.wikipedia.org/wiki/Yonaguni-Monument

3) Weiterführende Informationen