Themenbereich
Religion, Mythologie und Spiritualität

Informationsübertragung aus höheren Dimensionen (2/2)
Selbstexperiment anhand der "Michael-Teachings"


Wie man die Realität von Channeling mit einem Praxis-Test prüfen kann


1) Vorbemerkung

Auf der vorigen Arikelseite haben wir uns mit dem Phänomen der Informationsübertragung durch „höhere“ Wesen beschäftigt. Die Schwierigkeit bei der Beurteilung dieses Phänomens liegt darin, dass es sich äußerlich nicht beweisen lässt – es sei denn, die übermittelten Aussagen beziehen sich auf bislang unbekannte physische Tatsachen, die man später verifizieren könnte. Würde beispielsweise ein „höheres Wesen“ verraten, wo ein bestimmter Schatz vergraben liegt oder wo sich ein noch unentdeckter Exoplanet befindet, den man aufgrund dieser Hinweise tatsächlich aufspüren würde, könnten wir das als einen Beweis für die Echtheit des Channelings interpretieren. Leider scheinen sich die „höheren Wesen“ aber gar nicht für eine solche Beweisführung zu interessieren – falls es diese Wesen denn überhaupt gibt. Statt physisch überprüfbare Vorhersagen zu machen, lehren die meisten von ihnen lieber allgemeine kosmologische Zusammenhänge und spirituelle Weisheiten.

Um zu beurteilen, ob Channeling echt ist, bleibt darum nur die Einschätzung der Glaubwürdigkeit der Medien sowie der Qualität der mutmaßlichen Durchgaben: 

Sind die übermittelten Inhalte derart anspruchsvoll und in einer Weise formuliert, dass sie sich vom normalen Wissensstand und von der üblichen Ausdrucksweise der betreffenden Medien signifikant abheben, könnten dies Indizien für die Echtheit des mutmaßlichen „Channelings“ sein.

Für die sogenannten „Michael-Teachings“ besteht überdies noch eine weitere Überprüfungsmöglichkeit, die wir Ihnen auf dieser Artikelseite ausführlich vorstellen möchten. Denn diese Art der Überprüfung könnten Sie bei Interesse auch selbst vornehmen. Damit Ihnen das gelingt, ist die Kenntnis der „Michael-Teachings“ unverzichtbar. Auf dieser Artikelseite werden wir nur ganz grob erklären, was das ist, damit Sie ein wenig Hintergrundinformationen haben. Für genauere Informationen zu den Michael-Teachings konsultieren sie bitte unsere Artikelsammlung „Die Michael-Teachings und der Ra-Kontakt“ sowie die Literaturhinweise am Seitenende.

2) Was sind die „Michal-Teachings“?

Eine gewisse Sarah Chambers behauptete in den 1970er Jahren, telepathisch mit einem Wesen in Kontakt zu stehen, dass sie „Michael“ nannte. Der Name „Michael“ rührt daher, dass sich das Wesen als ein Kollektiv aus 1050 Einzelseelen vorgestellt haben soll, die ihre vielen Reinkarnationen auf der Erde endgültig abgeschlossen hätten. Die letzte hinzugestoßene Seele habe in ihrem letzten Erdenleben „Michael“ geheißen, weshalb das Kollektivwesen vorschlug, man könne es einfach „Michael“ nennen.

Später reklamierten weitere Medien, Empfänger für „Michaels“ Lehren zu sein. Die international bekanntesten „Michael“-Medien sind Shepherd Hoodwin und David Gregg. In Deutschland channelte Varda Hasselmann nach eigenen Angaben zwar nicht „Michael“, aber eine andere Wesenheit namens „Die Quelle“, die eine quasi identische Seelenlehre lehrt. Dazu später nochmal mehr.

Struktur eines Michael-Charts. Eigenes Foto.

Nach den Lehren von „Michael“ ist jede Seele durch eine komplexe Kombination bestimmter Merkmale charakterisiert. 

Weil „Michael“ diese Merkmale angeblich bei jedem Menschen identifizieren und darüber Auskunft geben kann, könnten Sie über ein „Michael“-Medium eine Aufschlüsselung Ihrer persönlichen Kombination von Seelenmerkmalen anfragen. Eine solche Aufschlüsselung nennt sich „Michael-Chart“. An solch einem „Chart“ könnten Sie zum Beispiel ablesen, ob Sie eine junge, reife oder alte Seele sind, welche Seelenrolle Sie haben, welches Ziel sich Ihre Seele für diese Reinkarnation gesetzt hat und welche Ängste Sie daran hindern, dieses Ziel unbeirrt zu erreichen.

Die Bestellung eines solchen „Charts“ eröffnet eine interessante Möglichkeit der Überprüfung. Denn wenn diese Seelenlehre stimmt und „Michael“ tatsächlich Ihre Seelenstruktur auslesen kann, dann müsste der von Ihnen bestellte „Chart“ ja mit Ihren Persönlichkeitsmerkmalen und Charaktereigenschaften übereinstimmen. Und wer könnte das besser beurteilen als Sie selbst?

Sie könnten also einfach bei einem „Michael“-Medium einen „Michael-Chart“ bestellen und dann nachschauen, ob die darin angegebenen Merkmale auf Sie zutreffen. Am besten gehen Sie dabei systematisch vor: Bevor Sie Ihren „Michael-Chart“ in Auftrag geben, sollten Sie sich zunächst gründlich in die „Michael-Teachings“ eingelesen und die Struktur solcher „Michael-Charts“ studiert haben. Daraufhin könnten Sie einen „erwarteten“ Chart für sich selbst entwerfen. Noch vor der Bestellung des eigentlichen „Michael-Charts“ bei einem „Michael“-Medium könnten Sie also vorab für sich selbst notiert, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie welches Merkmal an welcher Stelle erwarten würden. Wenn Sie dann später Ihren tatsächlichen „Michael-Chart“ erhalten, können Sie diesen mit Ihrem Erwartungs-Entwurf abgleichen, um Übereinstimmungen und Widersprüche festzustellen.

Wenn die Sache mit dem „Michael-Chart“ Blödsinn wäre und das Medium einfach nur beliebige Persönlichkeitsmerkmale übersenden würde, dann würden Sie ein wildes Durcheinander von teils zutreffenden und größtenteils unzutreffenden Angaben erhalten müssen. Wenn die Übereinstimmung ungewöhnlich hoch wäre, könnte das ein Indiz für die Authentizität der „Michael-Teachings“ sein.

Im Folgenden stellen wir einige der wichtigsten Merkmale eines „Michael-Chart“ genauer vor. Eine tiefere Einarbeitung in die Thematik bleibt dennoch unerlässlich, wenn man sich ein gründlicheres Bild machen möchte. Entsprechende Literaturhinweise finden Sie wie gewohnt am Seitenende.

3) Die Seelenrolle

Laut den „Michael-Teachings“ unterscheiden sich Seelen durch ihr Alter, ihre Zielsetzung, ihre Ängste/Hindernisse, ihren Modus und viele weitere Merkmale. Jedes dieser Merkmale kann sieben verschiedene Varianten annehmen. So ist es auch beim grundlegendsten aller Merkmale: der Seelenrolle. 

In der folgenden Abbildung sehen Sie einen Ausschnitt aus einem „Michael-Chart“ nochmal in voller Größe dargestellt. In der obersten Zeile mit der Kennziffer „1“ (Role) sind die sieben möglichen Seelenrollen aufgelistet: Diener (Server), Priester (Priest), Künstler (Artisan), Weiser (Sage), Krieger (Warrior), König (King) und Gelehrter (Scholar).

Bitte reduzieren Sie diese Begriffe nicht auf konkrete Berufe oder Tätigkeiten. Mit diesen eher metaphorischen Rollenbezeichnungen sollen vielmehr Grundeigenschaften ausgedrückt werden, die die Essenz einer Seele ausmachen. Diener empfinden demnach Erfüllung, wenn sie zum Allgemeinwohl beitragen, Priester, wenn sie trösten und verkünden, Künstler, wenn sie gestalten, Weise, wenn sie kommunizieren, Krieger, wenn sie konkret und aktiv handeln, Könige, wenn sie anleiten und Gelehrte, wenn sie Wissen erlangen und weitergeben. Wie und auf welche Weise sie das machen, ist damit nicht festgelegt. Wer die Seelenrolle des Königs hat, muss kein Staatschef sein. Er kann seinen inneren Drang, Verantwortung übernehmen zu wollen, auch in anderen Situationen ausleben. Und ein Gelehrter muss kein Lehrer oder Wissenschaftler sein. Seine Wissbegierde und seine Wissensweitergabe können sich theoretisch auch auf profane Alltagsdinge beziehen. Vielleicht studiert diese Person in ihrer Freizeit Kochrezepte oder fuchst sich in Fußballstatistiken hinein.

Beispiel für einen Michael-Chart

Um die Schwierigkeit der richtigen Interpretation der Seelenrolle zu verdeutlichen, lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht eines unserer Community-Mitglieder:

 „Als ich vor der Bestellung meines 'Michael-Charts' überlegt hatte, welche Rolle wohl am besten auf mich zutreffen würde, ging ich schon allein wegen meines akademischen und beruflichen Hintergrundes davon aus, dass ich wohl ein Gelehrter sein müsse. Schließlich besteht meine alltägliche Hauptbeschäftigung im Unterrichten. Zudem würde ich mich als einen sehr wissbegierigen Menschen bezeichnen. Umso überraschter war ich, dass ich angeblich ein 'Diener' sein soll. Mit der Bezeichnung 'Diener' konnte ich mich nicht wirklich identifizieren." 

Für solch eine überraschende Rollenzuschreibung kann es verschiedene Erklärungen geben. Die erste lautet, dass die ganze Sache mit den „Michael-Teachings“ esoterischer Nonsens ist. Wo ein betrügerisches Medium einfach nur beliebige Merkmale eines selbst ausgedachten Dokuments ankreuzt, liegt es halt auch mal daneben.

Eine andere Erklärung lautet, dass das Medium sich bei der Seelenrolle geirrt hatte beziehungsweise ein Übertragungsfehler vorlag. Demnach wäre unser Community-Mitglied vielleicht doch ein Gelehrter und der Chart enthält an dieser Stelle einfach eine bedauerliche Falschangabe.

Die dritte Erklärung lautet, dass das Problem nicht beim Medium lag, sondern bei einer falschen Selbsteinschätzung. Vielleicht wurde die Bezeichnung der Seelenrollen im Vorfeld zu wörtlich genommen. Nach den „Michael-Teachings“ ist man nicht automatisch ein Gelehrter, nur weil man lernt und lehrt. Und man ist nicht nur dann ein Diener, wenn man einer anderen Person in einem Abhängigkeitsverhältnis zuarbeitet. Genauso wenig ist man automatisch ein Künstler, nur weil man gerne malt oder musiziert. Es geht eben nicht so sehr um die Berufe oder die Tätigkeiten, die wir mit diesen Rollenbezeichnungen assoziieren. Entscheidend sind vielmehr die Grundeigenschaften, die symbolisch mit diesen Rollenbezeichnungen ausgedrückt werden. Ein Gelehrter ist laut „Michael“ jemand, der Erfüllung darin findet, Wissen anzusammeln und weiterzugeben (worüber auch immer). Ein Künstler ist demgegenüber jemand, der in erster Linie innovativ sein und gestalten will (das muss nicht im Bereich der Kunst sein). Und ein Diener ist einfach nur jemand, der Werterfüllung empfindet, wenn er dem Gemeinwohl dienen kann (auf welche Weise auch immer - zum Beispiel auch durch Unterrichten).



4) Das Seelenalter

Das Seelenalter steigt mit der Anzahl der Reinkarnationen. Auch hier werden im „Michael-Chart“ sieben Varianten beziehungsweise Stufen unterschieden, wobei der menschliche Inkarnationszyklus laut „Michael“ nur die ersten fünf Stufen umfasst: Säuglingsseele, Kindseele, junge Seele, reife Seele, alte Seele. 

Das bedeutet aber nicht, dass man nur fünf Mal wiedergeboren wird. Innerhalb einer jeden Stufe gibt es nämlich jeweils sieben weitere Unterstufen von „1“ bis „7“. In Beispielbild oben im vorigen Abschnitt 3 zeigt der Chart das Seelenalter „Alt 2“ an (siehe Zeilen 18 und 19).

Die verschiedenen Altersstufen drücken keine Wertung aus! Es ist nicht besser, eine alte Seele zu sein als eine junge Seele. Es ist ja auch nicht besser, ein Greis als ein Jugendlicher zu sein.

Jeder durchläuft ohnehin alle Entwicklungsstufen und jeder, der alt ist, war auch mal jung. Was sich ändert, ist die Sicht auf die Welt und auf das, was einem wichtig ist.
Was für Kinder und Erwachsene im Alltag gilt, gilt in ähnlicher Weise auch auf Seelenebene. Jedes Seelenalter geht folglich mit einem bestimmten Interessenfokus einher: Säuglingsseelen fokussieren sich als „Neuankömmlinge“ auf das physische Überleben. Kindseelen beginnen mit der Erkundung der Welt und orientieren sich gerne an Regeln und Autoritäten. Junge Seelen streben nach Macht und Entfaltung und drängen auf die Durchsetzung ihres Willens. Reife Seelen entwickeln Verantwortungsbewusstsein und interessieren sich für soziale Beziehungen. Alte Seelen interessieren sich für große Gesamtzusammenhänge und Introspektion. 

Wenn nun zum Beispiel eine „Diener“-Seele auf Stufe „Alt 2“ steht, verlagert sich ihr Fokus von der Beziehungsebene auf das „große Ganze“. Das Bestreben, zum Gemeinwohl beizutragen, zeigt sich dann womöglich eher auf einer globaleren Ebene als in konkreten Eins-zu-Eins-Situationen.



5) Das Entwicklungsziel

Während die Seelenrolle laut „Michael-Teachings“ über alle Inkarnationen hinweg gleichbleibt und das Seelenalter mit jeder Inkarnation automatisch ansteigt, variieren alle weiteren Merkmale über verschiedene Inkarnationen hinweg.

Laut „Michael“ sucht sich die Seele diese Merkmale vor jeder Inkarnation selbst aus. Dazu gehört auch, von Mal zu Mal ein neues Entwicklungsziel zu wählen. Wie immer stehen dabei sieben Varianten zur Auswahl: „Verlangsamen“, „Wachsen“, „Ablehnen“, „Akzeptieren“, „Unterordnen“, „Herrschen“ und „Fließen“.

Ähnlich wie bei den Rollenbezeichnungen sind diese Begriffe nur Etiketten und man muss genau hinschauen, was sich dahinter verbirgt. In allen Fällen geht es darum, was man im Laufe seines Lebens erlernen und anwenden möchte. Hinter dem Ziel „Akzeptanz“ steckt zum Beispiel das Bemühen, Dinge so anzunehmen, wie sie sind – jedoch nicht durch Resignation, sondern durch liebevolle Einsicht. Wer hingegen das gegenteilige Ziel „Ablehnen“ ausgewählt hat, wird lernen wollen, auch mal „nein“ zu sagen, wenn es erforderlich ist – jedoch nicht aus Trotz und Destruktivität, sondern als respektvolle und schützende Grenzziehung.

Sein eigenes Entwicklungsziel vorab einzuschätzen, ist besonders schwierig.

Ein Entwicklungsziel im Sinne der „Michael-Teachings“ ist nicht vergleichbar mit Zielen, die wir uns bewusst im Alltagsleben setzen und die wir deshalb klar benennen können. Stattdessen haben wir uns dieses Ziel laut „Michael“ vor unserer Inkarnation auf Seelenebene ausgewählt, weshalb es uns eher unbewusst lenkt.

Seien Sie also gewarnt: Ihr Entwicklungsziel wird wahrscheinlich nicht unbedingt dasjenige sein, was gut zu Ihrem Charakter passt, weil Sie die betreffende Verhaltensweise stets anwenden. Wenn Sie sich zum Beispiel schon immer sehr gut in ein größeres Gesamtgefüge einordnen konnten, ist „Unterordnen“ womöglich kein Ziel, das Sie erlernen müssten. Eher könnte dasjenige passen, was Sie vielleicht noch nicht so gut können und was zugleich ein ständiges Thema in Ihrem Leben zu sein scheint. Vielleicht kämpfen Sie seit eh und je darum, sich anderen gegenüber durchzusetzen und es will Ihnen einfach nicht gelingen. Dann könnte es sein, dass Ihr Lernziel „Herrschen“ lautet: Auf Seelenebene haben Sie sich vorgenommen, Dominanz auszustrahlen und Führung auszuüben, ohne andere respektlos zu behandeln oder zu bevormunden.

Vielleicht ist das aber auch eine Frage des Alters. Mit 30 oder 40 muss noch viel lernen. Sollten Sie bedeutend älter sein und schon viel an sich gearbeitet haben, könnte es auch sein, dass Sie Ihr Entwicklungsziel schon längst erreicht haben. Dann könnte es sich dabei durchaus um eines der Ziele handeln, in dessen Anwendung Sie gut und geübt sind.



6) Die Ängste/Hindernisse

Viel einfacher als die Zielbestimmung dürfte die Einschätzung der Ängste beziehungsweise Hindernisse sein, die uns bei der Verfolgung unseres Entwicklungsziels beeinträchtigen. 

Hier sind keine alltäglichen Ängste und Phobien gemeint wie etwa die Angst vor Prüfungen oder die Angst vor Spinnen. Es geht auch nicht um krisenhafte psychopathologische Ängste wie Panikattacken. Vielmehr geht es hier um tieferliegende, dauerhaft wirkende Einschränkungen unserer Persönlichkeitsentfaltung. Es geht um seelische Grundeigenschaften, die uns daran hindern, uns frei zu fühlen.

Wie bei den anderen Merkmalen kommen für jede Seele sieben Ängste/Hindernisse infrage. Laut „Michael“ manifestieren sich im Laufe unseres Lebens zwei davon als die bedeutsamsten. Das Haupthindernis lautet beim im obigen Abschnitt 3 abgebildeten Chart „Ungeduld“. Dieses Hindernis zeichnet sich durch ein problematisches Verhältnis der Betroffenen zur Zeit aus. Menschen mit dem Merkmal „Ungeduld“ haben Angst vor Versäumnis, fühlen sich getrieben und wollen stets viel erledigen. Ohne ihre ständigen Unternehmungen fürchten sie, Lebenszeit zu vergeuden. Dahinter steckt die Urangst, sterben zu müssen – und zwar schlimmstenfalls zu früh. Äußerlich kann sich diese Angst in einer großen Produktivität äußern, weil diese Menschen ständig irgendetwas machen. Innerlich sind sie aber gerade deshalb unfrei.

Zum Haupthindernis „Ungeduld“ gesellt sich im obigen Beispiel-Chart das Nebenhindernis „Arroganz“. 

Hinter „Arroganz“ steckt die Angst, von anderen Menschen schlecht angesehen, kritisiert und verletzt zu werden. Um dies zu vermeiden, gehen Menschen mit diesem Merkmal gerne auf Distanz und reagieren zurückweisend, was ihnen mitunter als „Überheblichkeit“ ausgelegt wird. Eigentlich steckt dahinter aber nicht unbedingt das Gefühl, besser zu sein, sondern vielmehr die einengende Angst, sich dem potenziell verletzenden Urteil der Mitmenschen aussetzen zu müssen.

Als alternative Hindernisse könnte eine jede Seele laut „Michael“ auch die Selbstverleugnung (Angst vor Unzulänglichkeit), die Selbstsabotage (Angst vor Kontrollverlust durch zu viel Lebendigkeit), die Gier (Angst vor Mangel), das Märtyrertum (Angst vor Wertlosigkeit/Gefühl der Schuld) oder den Starrsinn (Angst vor Kontrollverlust durch Veränderungen) entwickeln.

Wie immer gilt, dass diese zugespitzten Bezeichnungen nur als Metaphern für etwas Komplexeres verstanden werden dürfen. Jemand mit dem Hindernis „Gier“ muss beispielsweise kein raffender Kapitalist sein. Hinter dem Etikett „Gier“ verbirgt sich bloß die Angst davor, zu kurz zu kommen. Das muss sich nicht zwingend auf einen Mangel an Geld beziehen. Und selbst wenn sich diese Angst auf einen Mangel an Geld beziehen sollte, muss das nicht unbedingt zur Folge haben, dass die betreffende Person nach maximalem Gewinn strebt. Vielleicht lebt sie im Gegenteil eher sparsam und genügsam, weil sie aus ihrer Angst vor Mangel glaubt, lernen zu müssen, mit wenig auszukommen.

Lassen Sie sich also nicht von den plakativen Bezeichnungen der oben genannten Hindernisse blenden. In erster Linie geht es bei diesen Hindernissen und Ängsten darum, was Sie in Ihrem Innersten daran hindert, sich befreit und entspannt zu fühlen – und zwar nicht nur in bestimmten Alltagssituationen, sondern lebenslang.



7) Praktische Hinweise und einige Tipps

Neben den bis hierhin nur grob angerissenen Merkmalen „Seelenrolle“, „Seelenalter“, „Entwicklungsziel“ und „Hindernis/Angst“ gibt es noch etliche weitere Merkmale, die in einem „Michael-Chart“ ausgewiesen werden. 

Um den Rahmen nicht zu sprengen, möchten wir die „Michael-Teachings“ an dieser Stelle aber nicht noch weiter vertiefen und verweisen auf die entsprechende Literatur. In Buchform ist die Seelenlehre von „Michael“ bislang ausschließlich in englischer Sprache erschienen. Weiter oben wurde allerdings erwähnt, dass Varda Hasselmann in Deutschland eine zu den „Michael-Teachings“ fast deckungsgleiche Seelenlehre gechannelt hat. Sie glaubte darum zunächst, ebenfalls mit „Michael“ in Kontakt zu stehen. Das Kollektivwesen erwies sich dann jedoch als eine von „Michael“ unabhängige Entität und schlug vor, es einfach „Quelle“ zu nennen (weil Namen in seiner Daseinsebene bedeutungslos seien). Weil die „Michael-Teachings“ und die Seelenlehre der „Quelle“ quasi identisch sind, könnten Sie also der Einfachheit halber auch die deutschsprachige Seelenlehre der „Quelle“ studieren.

Sobald Sie das Studium der „Michael-Teachings“ beziehungsweise der Seelenlehre der „Quelle“ abgeschlossen haben und für sich überlegt haben, welche zwei bis drei mögliche Spielarten eines Seelenmerkmals jeweils am ehesten zu Ihnen passen, ist der Zeitpunkt gekommen, Ihren „Michael-Chart“ zu ordern. Dazu müssen Sie ein einschlägiges „Michael“-Medium kontaktieren und diesem per Online-Formular auf dessen Website Ihren Namen, Ihren Geburtsort und Ihr Geburtsdatum sowie ein aktuelles Foto übersenden, auf dem man Ihre Augen gut erkennen kann. Nach nur wenigen Wochen erhalten Sie dann Ihren „Chart“ als PDF-Datei in englischer Sprache.

Wünschen Sie eine Erläuterung und Besprechung Ihres „Charts“ mit dem Medium, fallen Zusatzkosten an. Falls Sie einen deutschsprachigen „Michael-Chart“ wünschen, können Sie sich an deutschsprachige Vermittler wenden, die dann in Ihrem Auftrag den „Michal-Chart“ bestellen und ins Deutsche übersetzen. Dieser Service kostet allerdings – rechnen Sie mit den doppelten Preisen. Auch in deutscher Sprache könnten Sie ein erläuterndes Gespräch zu Ihrem „Chart“ dazubuchen, das in dem Fall die jeweiligen Vermittler mit Ihnen führen würden. Je intensiver Sie sich vorab mit der Literatur befasst haben und je besser Sie sich mit den „Michael-Teachings“ auskennen, desto eher ließe sich auf ein erläuterndes Gespräch verzichten, weil Sie den „Chart“ ja dann ohnehin vollständig selbst verstehen und deuten könnten.



8) Kritische Einordnung: Zur Beweiskraft der Überprüfung eines „Michael-Charts“

Wenn der von einem „Michael“-Medium übermittelte „Chart“ mit Ihren vorab notierten Erwartungen überwiegend übereinstimmt, hätten Sie ein brauchbares Indiz für die Realität eines „höheren Kollektivwesens“ und für die Realität des Channelings durch das jeweilige Medium. Mit „überwiegend“ meinen wir, dass die Trefferquote so hoch sein sollte, dass ein zufälliges Erraten seitens des Mediums eher unwahrscheinlich erscheint. Eine hundertprozentige Übereinstimmung ist aus Gründen, die wir im Folgenden darlegen werden, praktisch unmöglich.

Um überhaupt die Chance auf eine aussagekräftige Trefferquote zu haben, führt an einer eingehenden Lektüre der „Michael-Teachings“ beziehungsweise der Seelenlehre der „Quelle“ kein Weg vorbei. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Sie sich akkurat, das heißt entsprechend der Systematik eines „Michael-Charts“, einschätzen können. Das ist vielleicht der Nachteil an dieser Überprüfungsmethode: Die Vorbereitung nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Sich selbst richtig einschätzen zu können, setzt zudem eine gewisse Reife, Erfahrung und Fähigkeit zur distanzierten Selbstreflexion voraus. Sicherlich geht das im Alter besser als in der Jugend, wenngleich die ehrliche Selbstbeurteilung letztlich für jeden Menschen eine knifflige Herausforderung darstellt. Schwierig dürfte es vor allem sein, bei der Bestimmung der zu erwartenden Seelenmerkmale Ego und Wunschdenken außen vor zu lassen. 

Weil es bei sieben möglichen Ausprägungen pro Seelenmerkmal kaum möglich ist, sechs jeweils sicher auszuschließen, würden wir Ihnen unbedingt empfehlen, in Ihren „Erwartungschart“ nicht nur eine mögliche Variante pro Merkmal, sondern immer gleich zwei oder drei Varianten einzutragen, die nach Ihrer Selbsteinschätzung infrage kommen. Ansonsten legen Sie die Messlatte viel zu hoch an. Notieren Sie beispielsweise nicht nur diejenige Seelenrolle, die Sie für die treffendste halten, sondern notieren Sie auch diejenigen, die am zweitbesten oder am drittbesten zu Ihnen passen. Tun Sie das Gleiche bei den Ängsten/Hindernissen, bei den Zielen und so weiter. Sollten die „Michael-Charts“ betrügerischer Blödsinn sein, hätte das Medium dann jeweils eine Chance von maximal drei zu sieben, um richtig zu raten. Das wären immer noch weniger als 50 Prozent pro Merkmal. In Anbetracht der Vielzahl von Merkmalen, die ein „Michael-Chart“ umfasst, sollte das genügen, um am Ende zu beurteilen, ob das Gesamtbild eher nach Zufall aussieht oder doch eine starke Tendenz zur Übereinstimmung aufweist.

Dass in Ihrem „Chart“ vereinzelt auch Diskrepanzen zu Ihren Erwartungen auftauchen, wird sich nicht ganz vermeiden lassen. Wo Ihnen zum Beispiel eine akkurate Selbsteinschätzung misslingt, läge bereits eine erste potenzielle Fehlerquelle für das angestrebte „Beweisverfahren“: Vielleicht wäre der bestellte „Chart“ durchaus authentisch, Ihre Selbstwahrnehmung beziehungsweise Ihre Zuordnung eigener Persönlichkeitsmerkmale zu den entsprechenden Merkmalen des „Michael-Charts“ aber falsch.

Eine zweite Fehlerquelle könnte auf Seiten des Mediums liegen. Selbst wenn das Kollektivwesen „Michael“ und das Channeling durch das Medium real sein sollten, könnte der mediale Kontakt ausgerechnet an dem Tag, an dem Ihr „Michael-Chart“ angefragt wird, nicht gut funktionieren, sodass gewisse Angaben falsch übermittelt beziehungsweise vom Medium falsch aufgenommen werden. Leider bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als auf die Kompetenz und die Erfahrung des Mediums zu vertrauen.

Um sicherzugehen, könnte man nun theoretisch versuchen, die Bestellung eines Charts mehrfach zu wiederholen, so wie Naturwissenschaftler das bei naturwissenschaftlichen Experimenten auch tun (siehe hierzu unsere Artikelseite: Wann gilt etwas als „wissenschaftlich bewiesen“?). Doch beim selben Medium mehrere „Charts“ von sich selbst anzufragen, wäre absurd. Dann könnte das Medium ja einfach mehrere Kopien des ersten Exemplars anfertigen. Was man stattdessen zum Zwecke der Vergewisserung in Auftrag geben könnte, wären „Charts“ für Familienmitglieder und Freunde. Allerdings wird es Ihnen vermutlich schwerer fallen, das zu beurteilen. Denn so gut wie sich selbst kennt man letztlich doch keinen anderen. Die tiefsten Ängste und Emotionen seiner Mitmenschen zu identifizieren, in deren Körper und Psyche man trotz großer Nähe nicht drinsteckt, bleibt teilweise spekulativ. Insofern schwindet aus unserer Sicht die Möglichkeit einer einwandfreien Beweisführung, sobald man „Charts“ von anderen Menschen bestellt.

Schließlich gibt es noch eine weitere Falle, in die man bei der Überprüfung von „Michael-Charts“ hineintappen könnte. Die Seelenlehre ist sehr komplex und mit jedem der vielen verschiedenen Merkmale steigen die Möglichkeiten, einen bestimmten Charakterzug auf die eine oder auf die andere Weise zu erklären. Um nur ein Beispiel zu nennen: Falls ein Mensch durch seinen Tatendrang auffällt, ließe sich einerseits spekulieren, ob er vielleicht die Seelenrolle des „Kriegers“ hat. Sein Tatendrang könnte alternativ auf das Ziel „Wachstum“ oder auf das Reaktionsmuster „motorisch“ hindeuten. Auch das Angstmerkmal „Ungeduld“ oder der Modus „Leidenschaft“ kämen als mögliche Ursachen infrage. Vielleicht wäre der Tatendrang aber auch nur der Ausdruck eines „jungen“ Seelenalters.

Bei so vielen Optionen könnte man glatt den Eindruck gewinnen, ein „Michael-Chart“ gleiche einem Horoskop: Irgendetwas Passendes ist immer dabei. Das schürt natürlich einen Verdacht: 

Könnte es vielleicht sein, dass die Sache mit dem „Michael-Chart“ am Ende doch nur esoterischer Blödsinn ist, wir als Kunden aber dadurch getäuscht werden, dass sich im Nachhinein aufgrund der Vielzahl von Merkmalen und Erklärungsmöglichkeiten stets eine stimmig wirkende Interpretation für jede Charaktereigenschaft finden lässt?

Nun, ein gewisser Spielraum, in dem die Ergebnisse, egal wie sie ausfallen, treffend interpretiert werden könnten, besteht in der Tat. Deshalb ist die Beweiskraft eines „Michael-Charts“ sicherlich nicht so hoch wie zum Beispiel eine zweifelsfreie Demonstration des „Sehens ohne Augen“ oder eine hochspezifische Beschreibung eines Verstorbenen durch ein kompetentes Medium.

Trotz dieses Spielraums herrscht keine Beliebigkeit. Trotz der Vielfalt an Merkmalen und der damit verbundenen Erklärungsalternativen für einen bestimmten Persönlichkeitszug sind den nachträglichen Interpretationen und Umdeutungen schließlich auch Grenzen gesetzt. Denn dafür sind die Merkmale im „Michael-Chart“ mitunter zu spezifisch. Wenn Sie zum Beispiel bestimmte Seelenaltersstufen wie Säuglingsseele, Kindseele und junge Seele sowie Seelenrollen wie „König“ oder „Krieger“, Ängste/Hindernisse wie „Selbstverleugnung“, „Selbstzerstörung“, „Märtyrertum“ und „Gier“ oder Modi wie „Zurückhaltung“, „Leidenschaft“ und „Aggressivität“ vorab sicher ausschließen können, weil sie einfach überhaupt gar nicht zu Ihnen passen, dann sollten diese Merkmale auch nicht im Chart erscheinen. Tatsächlich war in „Michael-Charts“, die einzelne unserer Community-Mitglieder bestellt haben, kein oder fast kein völlig unpassendes Merkmal ausgewiesen worden, obschon die Wahrscheinlichkeit dafür bei einem rein zufälligen Erraten doch eigentlich sehr hoch gewesen wäre.

Um nun hundertprozentig sicherzugehen, ob die „Michael-Channelings“ echt sind, könnte man vielleicht noch auf die clevere Idee kommen, mehrere „Charts“ von sich selbst zu bestellen, jedoch bei verschiedenen „Michael“-Medien. Die „Charts“ müssten ja dann eigentlich alle übereinstimmen, wenn sowohl das Wesen „Michael“ als auch die Channelings durch die entsprechenden Medien real sind. Leider ist aber auch auf diese Methode kein Verlass. So berichten es zumindest die beiden berühmtesten „Michael“-Medien selbst. Dabei verweisen sie unter anderem auf „technische“ Schwierigkeiten, einen authentischen Kontakt für die gleiche Anfrage mehrmals herzustellen: 

„I have discussed at length with Michael why Michael information is often inaccurate after the first time people ask for it. They explained that asking for specific information forms a sort of electrical circuit between the asker and the information, with the channel and channeled source as go-betweens. (They called this a "structural willingness to receive.") That circuit is strongest the first time the information is requested because there is an intrinsic need for the information – it hasn't been given before. The circuit is weaker subsequently if there is no organic need for the information to be given again. Because of that, other influences can impinge more strongly than they otherwise would. That is not to say that the information will definitely be incorrect, but the chances grow.“ (Gregg, David; Hoodwin, Shepherd: Channeling Michael Information More Than Once) 

Ob das so stimmt oder nur eine faule Ausrede ist, können wir leider nicht beurteilen. Diejenigen unserer Community-Mitglieder, die "Michael-Charts" bestellt haben, haben damit überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Unabhängig von der Frage nach der Beweisbarkeit stellt die Beschäftigung mit den „Michael-Teachings“ in jedem Falle eine persönliche Bereicherung dar, weshalb sich ein Selbstexperiment auch dann lohnen würde, wenn Sie der Sache skeptisch gegenüberstehen. Die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Charaktereigenschaften bietet eine überaus konstruktive und potentiell heilsame Selbstreflexion.

9) Weiterführende Informationen und Buchtipps