Über verfizierte Erinnerungen und ein Körpermerkmal, das zur Todesursache im berichteten Vorleben passte
Sofern das Kind mit der Person, deren Vorleben es erinnert, in keinem biologischen Verwandtschaftsverhältnis steht, scheidet eine genetische Vererbung als Erklärung aus. Auch eine zufällige Übereinstimmung solcher Körpermerkmale ist nahezu unmöglich: Die Wahrscheinlichkeit, dass nicht irgendeine beliebige Person, sondern ausgerechnet diejenige Person, von der das Kind behauptet, in deren Körper gelebt zu haben, genau an der gleichen Körperstelle wie das Kind selbst eine ungewöhnliche Auffälligkeit aufweist (Verstümmelung, Muttermal, Narbe beziehungsweise als Entsprechung zur Narbe oder zum Muttermal eine Schusswunde oder andere tödliche Verletzung), beträgt nahezu null.
Erstaunlicherweise gibt es aber eben nicht nur einen oder zwei von solchen Fällen, die man dann vielleicht noch als Glückstreffer abtun könnte. Nach den Auswertungen von Dieter Hassler, einem deutschen Privatforscher, den wir Ihnen auf einer separaten Artikelseite in dieser Artikelsammlung näher vorstellen werden, finden sich übereinstimmende Körpermerkmale bei knapp einem Drittel (!) aller internationalen Fälle von kindlichen Erinnerungen an ein Vorleben. Manche davon mögen interpretationswürdig sein, sehr viele dieser Übereinstimmungen sind jedoch sehr offensichtlich und durch Fotos oder medizinische Unterlagen der verstorbenen Personen auch zweifelsfrei belegt. Die meisten dieser Fälle hängen wie oben schon angedeutet mit dem Tod derjenigen Person zusammen, an deren Leben sich das heutige Kind erinnert. Genau dort, wo sich die tödlichen Wunden der Personen aus dem Vorleben befanden, zeigen sich bei den mutmaßlich wiedergeborenen Kindern auffällige Muttermale, Narben oder andere körperliche Anomalien. Hierzu schauen wir uns im Folgenden ein gut dokumentiertes Fallbeispiel an.
Bei der Verkäuferin handelte es sich um Uma Verme, der Witwe von Suresh Verme. Sie bestätigte, dass ihr Mann Suresh am 28.08.1983 erschossen wurde.
Nachdem Uma Verme ihren Schwiegereltern von der Begebenheit mit Titus Brüdern erzählte, waren diese so beeindruckt, dass sie beschlossen, mit ihrer gesamten Familie nach Bad zu fahren. Bei diesem unangekündigten Besuch soll Titu seine vormaligen Familienangehörigen sofort wiedererkannt haben. Des Weiteren soll er viele Geschichten aus seinem Vorleben erzählt haben, die außer der Familie Verme niemand hätte wissen können und die allesamt durch die Familie bestätigt wurden. Beispielsweise berichtete er detailreich von gemeinsamen Familienausflügen. Weitere Details verriet er über seine Ermordung: Als er nach Hause gekommen war, hätte ihn ein Mann in seinem Auto erschossen. Der Schuss habe ihn auf seiner rechten Kopfseite getroffen.
Die Angaben Titus deckten sich mit dem Polizeibericht, den Prof. Mills einsehen durfte. Bei dieser Gelegenheit entdeckte sie ein weiteres interessantes Detail: Im Autopsiebericht war die exakte Position und auch das exakte Ausmaß der Einschusswunde vermerkt. Sie befand sich – wie von Titu korrekt beschrieben – auf der rechten Kopfseite, wenige Zentimeter rechts oberhalb des Ohrs. Just an der Stelle trägt Titu seit seiner Geburt ein Narbe. Sie hat die gleiche Größe wie die Einschusswunde laut Autopsiebericht.
7:46 Minuten, deutsch
Ein BBC-Team dokumentierte den Fall Titu Singh in einer kurzen Reportage, die im Rahmen einer Sat1-Sendung schließlich auch in Deutschland ausgestrahlt wurde. Neben Titu selbst kommen hier verschiedene Familienmitglieder zur Wort.