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Bewusstseinsforschung

Studien zur mentalen Beeinflussung von Zufallsprozessen (2/3)
Das Global Consciousness Project


Im Jahr 2007 stellte das PEAR-Labor seine Forschungsarbeit ein (siehe vorige Artikelseite). Inzwischen war Professor Jahn 77 Jahre alt und andere Forscher hatten bereits neue Projekte initiiert. Zu den bekanntesten dieser Projekte zählt das Global Consciousness Project (GCP) unter der Leitung von Roger D. Nelson, einem ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter Robert Jahns vom PEAR-Labor. 




1) Was ist das Global Consciousness Project (GCP)?

Im Jahr 2007 stellte das PEAR-Labor seine Forschungsarbeit ein. Inzwischen war Professor Jahn 77 Jahre alt und andere Forscher hatten bereits neue Projekte initiiert. Zu den bekanntesten dieser Projekte zählt das Global Consciousness Project (GCP) unter der Leitung von Roger D. Nelson, einem ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter Robert Jahns vom PEAR-Labor. 

Die Arbeitshypothese: Mentaler Fokus ordnet Zufallszahlen

Das Global Consciousness Project geht von der Hypothese aus, dass die Zufallsgeneratoren nicht nur durch bewusste Absicht, sondern allein schon durch fokussierte Aufmerksamkeit beeinflusst werden können, selbst dann, wenn sich diese Aufmerksamkeit gar nicht auf die Generatoren selbst richtet. Den Zusammenhang stellen sich die Forscher in etwa so vor: Fokussierte Aufmerksamkeit bedeutet, dass Gedanken gebündelter und geordneter sind, weil sie sich nur noch auf eine bestimmte Sache richten und nicht mehr unscharf und zerstreut sind. Dieses gerichtete Bewusstsein könnte sich dann womöglich auf materielle Systeme wie zum Beispiel einen Zufallsgenerator übertragen. Der würde dann während einer Zeitspanne fokussierter Aufmerksamkeit entsprechend „geordnetere“ Zahlen ausspucken, also zum Beispiel deutlich mehr Einsen als Nullen anstatt einer zufälligen Gleichverteilung von Einsen und Nullen. So müsste sich dann eine signifikante Abweichung von den üblichen Zufallswerten feststellen lassen. Allgemein lautet die Hypothese also, dass sich ein Geisteszustand (hier: fokussiertes Bewusstsein) in materiellen Vorgängen (hier: auf Zufallsgeneratoren) niederschlagen kann.

2) Beispiele für relevante Forschungsdaten

Sollten nun globale Ereignisse eintreten, welche die gebündelte Aufmerksamkeit einer großen Anzahl von Millionen von Menschen auf sich ziehen, müsste sich das in den Aufzeichnungen des Global Consciousness Projects niederschlagen. Und das geschieht laut Roger D. Nelson auch. Als besonders deutliches Beispiel hierfür nennt er die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York. Weltweit schauten sich Menschen die Bilder und die Nachrichten des Tages im Fernsehen an, sodass das Bewusstsein eines großen Teils der Weltbevölkerung auf nur ein und dieselbe Sache gerichtet war. Tatsächlich habe sich an jenem Tag dann auch eine signifikante Abweichung in der Zahlenfolge der Zufallsgeneratoren gezeigt.

Weitere typische Ereignisse, bei denen solche Abweichungen auftreten, seien zum Beispiel Nachrichten über große Naturkatastrophen, politische oder sportliche Großereignisse sowie der Tod von Prominenten (zum Beispiel der Tod von Lady Diana 1997). Roger D. Nelson schließt aus diesen Untersuchungen, dass die Einzelbewusstseine der Menschen in Form eines planetaren Bewusstseins vernetzt seien und dieses erdumspannende Bewusstsein dann in der Lage sei, bei entsprechend gebündelter Aufmerksamkeit Zufallssysteme in einen Zustand erhöhter Ordnung zu bringen.

VIDEO: Dr. Dean Radin - Forschung am "Globalen Bewusstseinsprojekt"

13:53 Minuten, deutsche Übersetzung

Zu den Beteiligten am Global Consciousness Project gehört unter anderem auch Dr. Dean Radin. Er gilt international als einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet des Paranormalen. In diesem deutsch synchronisierten Interview stellt er das Global Consciousness Project vor und geht dabei unter anderel auch auf einige interessante Resultate ein.

00:15 50 Jahre Forschung zur Auswirkung des menschlichen Geistes auf Materie
02:40 Auswirkung von Aufmerksamkeit und Meditation auf Zufallszahlengeneratoren
04:00 Versuche beim O.J.Simpson-Prozess und der Beerdigung von Prinzessin Diana
06:10 Gründung des globalen Bewusstseinsprojekts, Messungen vom 11.9.2001
08:50 Unklare Kausalitätsbeziehung, gibt es ein kollektives Bewusstsein ?
09:40 Östliche und westliche Weltsicht, unterschiedliche Interessensschwerpunkte
10:30 Meditationserfahrungen, übernatürliche Fähigkeiten, Remote Viewing
11:50 Westliche Forschung zu nicht-lokalem Bewusstsein, mystische Erfahrungen
12:55 Östliche Sichtweise zu Bewusstsein: Bewusstsein ist überall

3) Interpretation der Forschungsresultate

Bei Skeptikern stoßen sowohl die Untersuchungsmethode als auch die Schlussfolgerungen durch Roger D. Nelson auf Widerspruch. Das war so zu erwarten. Dass aber auch Forscher, die der Parapsychologie durchaus zugeneigt sind, Zweifel an der Aussagekraft des Experiments hegen, macht hellhörig: 

Ihr Vorwurf lautet, dass sich ein kausaler Zusammenhang zwischen den genannten Ereignissen und den vorliegenden Messdaten unmöglich beweisen lasse. Die Zuordnung von bestimmten Ereignissen (etwa den Anschlägen vom 11. September 2001) zu den gesammelten Messdaten stelle stattdessen immer nur eine nachträgliche Interpretation seitens Nelson und seiner Mitarbeiter dar.

Der Einwand ist sicherlich berechtigt. Zweifelsfrei beweisen lässt sich eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen den Messdaten und einem parallel stattfindenden Ereignis nicht. Allerdings lässt sich ein solcher Zusammenhang genauso wenig ausschließen. Das Global Consciousness Project liefert insofern keine unstrittigen Beweise, sondern bestenfalls Indizien für einen entsprechenden Zusammenhang.

AUDIO: Ergänzung - Kritik am "Global Consciousness Project"

48:24 Minuten, englisch, mp3-Download

http://media.blubrry.com/skeptiko/s/content.blubrry.com/skeptiko/sekptiko-74-dr-roger-nelson.mp3

In diesem Interview geht Dr. Roger D. Nelson von der Princeton Universität und Leiter des "Global Consciousness Projekt" auf Kritikpunkte ein, die von Skeptikern bezüglich des globalen Bewusstseinsprojekts vorgebracht wurden. Es ist ein interessantes Interview speziell für Menschen, die etwas mehr über die Kritik bezüglich der Auswertung der Messdaten sowie der Anschuldigung der Trickserei bei der Auswahl des Messzeitfensters erfahren möchten.

01:00 Bezugnahme auf Dean Radin's Antwort auf Kritiker des globalen Bewusstseinsprojekts
05:55 Reaktionen von Skeptikern - Sind sie ehrlich und aufgeschlossen?
10:45 Eine Antwort auf die Kritik von Scargle (XOR und Datenauswertung)
14:10 Prospektive Ereignisse versus retrospektive Ereignisse, fehlende Theorie
18:20 Zufallszahlengeneratoren, frühere Forschung zur Auswirkung von Absicht
22:05 9/11 - ein ungewöhnlicher Tag in den GCP Daten, Antwort an Kritiker
27:55 Voraussehen von Ereignissen, GCP Daten sind öffentlich verfügbar
31:40 Fehlen einer alternativen Erklärung, Auswertung von Statistiken
34:55 Positive Aspekte von Skeptikern, einige haben das Projekt verbessert
36:20 Wie verändert die Auseinandersetzung mit den GCP Daten unsere Weltsicht?
43:00 Ende des Interviews / Emailaustausch zwischen Alex und Skeptiker Brian Dunning

4) Weiterführende Informationen und Buchtipps