Themenbereich
Bewusstseinsforschung

Studien zur mentalen Beeinflussung von Zufallsprozessen (3/3)
Dr. Dean Radin: Mentale Beeinflussung des Doppelspaltexperiments


Zu den Beteiligten am Global Consciousness Project gehört unter anderem auch Dr. Dean Radin. Er gilt international als einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der experiementellen Forschung an ungewöhnlichen Bewusstseinsphänomenen. In diesem Artikel stellen wir ein besonders interessantes Experiment von Dean Radin vor, nämlich jenes zur mentalen Beeinflussung des quantenphysikalischen Zufalls beim Doppelspaltexperiment.


1) Wer ist Dean Radin?

Nach einer Ausbildung zum professionellen Konzertviolinisten hatte Dean Radin zunächst Elektrotechnik und anschließend auch noch Psychologie studiert. In Psychologie erlangte er auch seinen Doktortitel.

Seit dem Jahr 2000 ist er Forschungsleiter des Institute of Noetic Sciences (IONS) in Kalifornien.

Dieses Institut, das 1973 vom bekannten US-Astronauten Ed Mitchel (der sechste Mensch auf dem Mond) gegründet wurde, widmet sich ganz der Parapsychologie. Schwerpunkte liegen auf der Durchführung von Experimenten zu Vorahnungen, zur Telepathie oder eben zur Beeinflussung physischer Prozesse durch Bewusstsein. Damit steht die Arbeit von Dr. Dean Radin ganz in der Tradition der Forschungen am PEAR-Labor von Prof. Robert Jahn.

2) Radins Experiment zur mentalen Beeinflussung des Doppelspaltexperiments

Im Jahr 2012 veröffentlichte Dean Radin zusammen mit seinem Team einen interessanten Artikel im Fachjournal Physics Essays (Quellenangabe am Seitenende). Darin beschrieb er sechs Experimente, bei denen es jeweils um eine bewusste Beeinflussung des Doppelspaltexperiments ging. Den Experimenten lag die Arbeitshypothese zugrunde, dass allein durch eine fokussierte Aufmerksamkeit des Bewusstseins ein Kollaps der Wellenfunktion herbeigeführt werden könnte. Bevor wir uns den diesbezüglichen Versuchsaufbau genauer anschauen, sollten wir vielleicht nochmal ganz kurz in Erinnerung rufen, worum es beim „Kollaps der Wellenfunktion“ genau ging.

Wie auf unserer Artikelseite zum Doppelspaltexperiment ausführlich dargestellt, besteht Materie im Allerkleinsten gar nicht aus fester Substanz. 

Solange keine Messung stattfindet, scheint Materie eine Art „diffuse Möglichkeits-Wolke“ zu sein, die sich wie eine Welle verhält. Schießt man zum Beispiel Elektronen durch einen Doppelspalt auf eine Projektionsfläche, sieht man auf derselben keine zwei parallelen Streifen, die man erwarten würde, wenn man kleine Kugeln durch zwei Spalte schießt. Stattdessen erzeugen die Elektronen ein Interferenzmuster, wie es für Wellen typisch ist (siehe Bild). Das Elektron schwappt also scheinbar als ausgedehnte Welle durch beide Spalte zugleich. Es existiert in diesem Moment noch gar nicht als klar definiertes Teilchen mit einer exakten Ortsposition. Nur wenn man durch eine Messung die Information abgreift, wann genau das wellenartige Elektron welchen Spalt passiert, zeigt es sich plötzlich als konkretes Teilchen. Seine Welleneigenschaft kommt dann augenblicklich zum Erliegen und am Schirm erscheinen zwei Streifen (siehe nächstes Bild unten). Das Interferenzmuster verschwindet. Die Welle ist „kollabiert“.

Ob das Elektron in diesem Fall am linken oder am rechten Spalt erscheint und wo genau es an diesem Spalt aufzufinden ist, kann kein Physiker exakt vorhersagen. Den genauen Ort seiner Manifestation „wählt“ das Elektron erst im Moment des Wellenkollaps scheinbar zufällig aus. Dabei gibt es zwar wahrscheinlichere Positionen als andere, welche von diesen aber im jeweiligen Einzelfall realisiert wird, ist unbestimmt.


Was verursacht den Wellenkollaps?

Von entscheidender Bedeutung ist nun die Frage, was genau eigentlich diesen Wellenkollaps herbeiführt. Den Messvorgang interpretieren die meisten Physiker als Wechselwirkung zwischen einem Quantenobjekt wie dem Elektron mit einem anderen, größeren materiellen Teilchen. Das könnte dann zum Beispiel ein Teilchen sein, das zu einer Messapparatur gehört. In dieser Deutung ist es unerheblich, ob der Messvorgang von einem Experimentator bewusst beobachtet wird oder nicht. Wenn ein Wissenschaftler das Labor verlässt und die Messung ohne ihn automatisch abläuft, kollabiert die Welle wegen der stattfindenden Wechselwirkung mit der Messapparatur trotzdem. Und weil auch in unserem menschlichen Körper permanent alles mit allem wechselwirkt und unsere Moleküle nicht isoliert im Vakuum ruhen, existieren wir nun mal nicht als abstrakte Energiewesen, sondern als materielle Körper (und alles um uns herum natürlich auch). Nach dieser Deutung existiert also alles Materielle im Universum völlig unabhängig von unserer bewussten Wahrnehmung. Es braucht kein Bewusstsein, damit sich die Dinge in materieller Form manifestieren.

Dr. Dean Radin streut mit seinen Experimenten Zweifel an dieser Darstellung. Mit seinem Versuchsaufbau konnte er zeigen, dass unser Bewusstsein sehr wohl einen Einfluss auf den Wellenkollaps ausüben kann:

Radin hatte verschiedene Versuchspersonen gebeten, ihre mentale Aufmerksamkeit auf einen der beiden Spalte zu richten, während der Doppelspaltversuch durchgeführt wurde. Die Versuchspersonen sollten sich vor ihrem inneren Auge auf einen der beiden möglichen Wege konzentrieren, den die Quantenobjekte (in diesem Fall Photonen) am Doppelspalt nehmen konnten. Sie sollten sich vorstellen, wie die Photonen genau auf diesem einen Pfad entlangfliegen. Dabei saßen die Versuchspersonen gar nicht im gleichen Raum und konnten die technischen Apparaturen des Doppelspaltexperiments gar nicht sehen. Sie saßen in einem Nebenraum und stellten sich alles nur in ihrem Geiste vor. Der Raum, in dem das eigentliche Doppelspaltexperiment stattfand, wurde elektromagnetisch abgeschirmt. So konnte Radin physikalische Störfaktoren sicher ausschließen.

In einer interessanten Variation des Experiments rekrutierte Dean Radin Tausende freiwillige Versuchsteilnehmer über das Internet. Diesmal saßen die Teilnehmer nicht im Nebenraum, sondern zu Hause vor ihren Computerbildschirmen, als das Experiment durchgeführt wurde. Der Auftrag lautete auch in diesem Fall, die fokussierte Aufmerksamkeit auf nur einen der beiden möglichen Wege zu richten, den das Photon am Doppelspalt nehmen kann.

Dean Radin vermutete, dass allein durch den Akt der bewussten Fokussierung auf einen bestimmten Spalt die Wellenfunktion kollabieren könnte. Und genau das ist dann nach seinen Angaben auch geschehen. Dabei war es vollkommen gleichgültig, ob die Versuchspersonen im Nebenraum saßen oder tausende von Kilometern entfernt vor ihren Computerbildschirmen. Die physische Entfernung spielte also überhaupt keine Rolle. Viel wichtiger schien demgegenüber der Grad der bewussten Aufmerksamkeit zu sein: Versuchspersonen mit Erfahrung in Meditationspraxis erzielten deutlich signifikantere Resultate als Versuchspersonen, die ihre Aufmerksamkeit nicht so lange aufrechterhalten konnten. Wenn Sie sich für den exakten Versuchsaufbau mit all seinen technischen Details, Variationen und Ergebnissen interessieren, schauen Sie sich gerne den nachstehenden Vortrag von Dr. Radin an. Er dauert etwa eine halbe Stunde und liegt in deutscher Synchronisation vor.

VIDEO: Dr. Dean Radin - Experimente zu Geist und Materie 

28:36 Minuten, deutsche Übersetzung

In diesem Vortrag vom Oktober 2014 stellt Dean Radin eine Reihe seiner Experimente und Forschungsergebnisse vor, bei denen Versuchspersonen rein durch Gedanken unterschiedliche physikalische Systeme beeinflussen sollten. Neben Laborexperimenten hat Dean auch Experimente mit Versuchspersonen in der ganzen Welt über das Internet durchgeführt, wobei die Versuchsperson die Aufgabe hatte, durch Gedankenkraft den Versuchsaufbau in Dean's Labor in Kalifornien zu beeinflussen. Allein an diesem Experiment haben 5000 Personen teilgenommen.

00:45 Drei Blinkwinkel: Mysterium der Physik, Interpretation und Experimente
01:40 Das Messproblem in der Quantenmechanik, Beobachtereffekt
05:30 Experimente - Kollaps der Wellenfunktion durch Beobachtereffekt
10:25 Experimente - Mentale Beeinflussung eines Doppelspaltsystems
13:00 Experimente - Zeitverzögerung des Verstands, Vergleich von Modell und Messung
15:25 Experimente - Internetexperiment mit 5000 Personen -> Abstand macht keinen Unterschied
20:05 Experimente - Einzel-Photonen-Experimente mit gleichzeitiger EEG-Messung
24:05 Experimente - Burning Man 2013 - Versuch mit 6 Zufallszahlengeneratoren
25:05 Experimente - Burning Man 2014 - Versuch mit 10 Quantenrauschgeneratoren
26:50 Fazit, Danksagung und Dean's Literaturtipps

3) Einordnung der Resultate

Die Experimente zur mentalen Beeinflussung des Doppelspaltversuchs stützen die in spirituellen Kreisen weit verbreitete Auffassung, wonach nicht (nur) eine physische Wechselwirkung, sondern womöglich (auch) das Bewusstsein für einen Wellenkollaps und damit für die Manifestation von Materie sorgen könnte.

Erwiesen ist damit jedenfalls, dass Bewusstsein prinzipiell auf physikalische Vorgänge einwirken kann. So sieht es zumindest Dr. Dean Radin – und kommt damit zu derselben Schlussfolgerung, die zuvor bereits Prof. Jahn und andere Forscher aus ihren jeweiligen Experimenten gezogen hatten.

Im wissenschaftlichen Mainstream werden Radins Forschungsergebnisse hingegen nicht anerkannt. Sie werden dort noch nicht einmal thematisiert. Das liegt daran, das Dean Radin ebenso wie andere Forscher, die sich mit paranormalen Phänomenen befassen, in der wissenschaftlichen Community als Pseudowissenschaftler gelten und entsprechend ignoriert werden (hiervon zeugt auch der offene Brief von Prof. Etzel Cardena, der - letztlich erfolglos - die Anerkennung seiner und ähnlicher Forschung durch die wissenschaftliche Community einforderte; siehe hierzu unsere Artikelseite über kuriose Bewusstseinsleistungen und ungewöhnliche Forschung). Woher diese Ablehnung kommt, haben wir auf der Artikelseite "Starre Paradigmen und kognitive Dissonanz" ausführlich dargelegt.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie diese ablehnende Haltung wirkt, durften wir selbst in einem Interview mit dem Quantenphysiker und Bestsellerautor Dr. Lukas Neumeier erleben. Das Interview hätte uns eine tolle Gelegenheit verschaffen können, einen Fachexperten auf dem Gebiet der Quantenphysik mit den Forschungsarbeiten von Dr. Dean Radin zu konfrontieren und um dessen kritische Beurteilung zu bitten. Darum hatten wir Dr. Neumeier im Vorfeld auch den oben verlinkten Vortrag sowie den entsprechenden Fachartikel von Dr. Radin zugesandt, verbunden mit der Bitte - falls die Zeit es erlaube - sich das vor der Aufzeichnung des Interviews anzuschauen. Leider konnte uns Dr. Neumeier diesen Wunsch nicht erfüllen. Kurz vor dem Start des Interviews erklärte er uns, der Name Dr. Radin sei ihm nicht bekannt gewesen und er habe darum auf Psiram.com nachgeschaut, ob Dean Radin dort einen Eintrag hat. Und grundsätzlich sei es für ihn so, dass wenn jemand dort einen Eintrag habe, dass diese Person dann aus seiner Sicht potenziell verdächtig sei, unseriös zu arbeiten. Psiram.com ist eine Plattform von radikalen Materialisten, auf der Menschen präsentiert (und teils diskreditiert) werden, die sich mit parapsychologischer Forschung und/oder mit spirituellen und esoterischen Praktiken befassen. Sofern das dabei hilft, vor Hochstaplern und Betrügern zu warnen, mag das ein hilfreiches Konzept sein. Tatsächlich werden hier mitunter aber auch undifferenziert seriöse Forscher aufgeführt, sodass deren Ruf entsprechend leidet.

VIDEO: Matrixwissen-Interview mit Quantenphysiker Dr. Lukas Neumeier

116:02 Minuten, deutsch

Hier finden Sie unser Interview mit dem theoretischen Physiker Dr. Lukas Neumeier. Das Gespräch zeugt von seinem herzlichen, offenen und großen Geist - es zeigt sich aber eben auch, wie sehr Dr. Neumeier dem naturwissenschaftlichen Paradigma verhaftet ist und dass er tatsächlich gar keine Kenntnis von seriöser Forschung an ungewöhnlichen Bewusstseinsphänomenen hat (was wir ihm hier keineswegs zum Vorwurf machen wollen (!), es veranschaulicht halt nur sehr deutlich, warum im wissenschaftlichen Mainstream keine Berührungspunkte zur parapsychologischen Forschung bestehen und warum entsprechend auch kein potentiell gewinnbringender Austausch stattfindet).

4) Weiterführende Informationen und Buchtipps: