Über den Versuch von Prof. Lazar, mediale Kontakte mithilfe einer groß angelegten Umfrage zu überprüfen
50:32 Minuten, deutsch
00:37 Prof. Lazar's Werdegang und wie er zum Thema Medialität kam
19:20 Konzeption der EREAMS Studie
32:28 Qualitätskriterien für Medien
35:51 die wichtigsten Ergebnisse der EREAMS-Studie
39:23 Wollen sich Verstorbene in der Regel mitteilen?
41:28 Philosophische Implikationen: Über Gehirn und Bewusstsein, Sterben, Liebe und den Sinn des Lebens.
49:14 Weitere Ziele und Fortsetzung der EREAMS-Studie?
Um zu ermitteln, wie authentisch Jenseitskontakte tatsächlich sind, befragte Professor Lazar die Hinterbliebenen im Nachgang mit standardisierten Fragebögen. Darin stellte er unter anderem die folgenden Fragen:
- Wie viel Prozent der Botschaften waren Ihrem Eindruck nach korrekt beziehungsweise stimmig?
- Konnte das Medium eindeutige Beweise liefern, also von Ereignissen und Tatsachen berichten, die es unmöglich hätte wissen können?
- Wie sehr glaubten Sie an die Möglichkeit eines Jenseitskontaktes VOR dem Sitting?
- Wie real schätzen Sie die Möglichkeit eines Jenseitskontaktes NACH dem Sitting ein?
Wie die Antworten auf diese Fragen ausfielen und wie diese interpretiert werden können (Cold Reading oder nicht), zeigen wir in den folgenden Abschnitten.
Professor Lazar bat die Teilnehmer seiner Studie außerdem, solche aus ihrer Sicht eindeutigen Beweise in einem offenen Antwortfeld näher zu beschreiben. Dabei kamen zum Beispiel die folgenden Antworten heraus:
- „Das Medium kannte spezielle Körpermerkmale meines Mannes.“
- „[Das Medium] zählte die Lebensmittel auf, die mein Vater am liebsten mochte.“
- „Mir wurde die genaue Todesursache genannt (Selbstmord durch Kohlenmonoxyd).“
- „Mein 13-jähriger verstorbener Sohn erzählte dem Medium im Sitting, dass sein Lieblingslehrer bei seiner Beerdigung eine orangefarbene Jacke trug – das stimmte.“
- „Das Medium nannte den Namen einer Cousine, die Schwerbehinderung meines Vaters, Dinge, die er bei meiner Schwester gerne tat, den frühen Besitz eines Kiosks, die Kleidung und den Tascheninhalt unserer Oma, den Dialekt unseres Vaters, den typischen Kleidungswunsch unserer Oma bei der Einsargung.“
- „Nicht nur über die verstorbene Person wurde berichtet, das Medium wusste auch, dass ich zwei Babys im Bauch verloren habe, auch das war korrekt.“
Interessant ist übrigens auch, dass einige der Hinterbliebenen vorab gar nicht an die Realität von Jenseitskontakten geglaubt hatten. Skeptiker unterstellen ja gerne, wer zu einem Medium geht, sei ohnehin leichtgläubig und von Wunschdenken verblendet. Wie Professor Lazar in seinem Fragebogen ermittelte, gaben aber immerhin mehr als 10 Prozent aller Studienteilnehmer an, vor dem Sitting „eher skeptisch“ gewesen zu sein. Drei Prozent der Befragten lehnten die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod vor dem Sitting sogar ausdrücklich ab. Das waren zum Beispiel Männer, die ihre Ehepartnerinnen in das Sitting begleiteten, nur um ihnen einen Gefallen zu tun, obschon sie Jenseitskontakte eigentlich für Blödsinn hielten. Zu ihrem Erstaunen wurden sie dann aber mit hochspezifischen Aussagen über ihre verstorbenen Angehörigen überrascht. Nur noch 0,4 Prozent aller Befragten gaben im Fragebogen an, auch noch nach dem Sitting „eher skeptisch“ gewesen zu sein. Kein einziger Befragter gab mehr an, die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod auch noch nach dem Sitting ausdrücklich abzulehnen. Dass selbst solche Teilnehmer überzeugt wurden, die skeptisch oder sogar ablehnend in das Sitting hineingegangen waren, spricht klar gegen die Unterstellung von Kritikern, dass sich bei angeblichen Jenseitskontakten stets nur leichtgläubige Hinterbliebene hereinlegen lassen.
Mit Erlaubnis von zwei Hinterbliebenen und einem der getesteten Medien hat Professor Lazar eines der vielen Sittings gefilmt und in einer kommentierten Fassung online veröffentlicht (siehe das folgende Video). Das Medium trägt in diesem Video Elektroden auf dem Kopf, weil Professor Lazar dessen Gehirnwellenfrequenzen aufzeichnen wollte, um festzustellen, ob und wie sich diese während der Sitzung verändern. Wie Sie sehen werden, berichtet das Medium im Laufe des Sittings über hochspezifische Details, die außer den Hinterbliebenen selbst niemand wissen kann: Dass der Verstorbene gerne ins Theater ging, dass er gerne in den Bergen wanderte, dass er Urlaub in Spanien machte (das Medium grenzt sogar die Region richtig ein) und dass der Sohn des Verstorbenen nach dem Tod seines Vaters den Beatles-Song „Yesterday“ hörte! Wie Sie feststellen werden, stellt das Medium gelegentlich auch Fragen an die Klienten - dies tut es aber offenbar nicht im Sinne des Cold Reading (also der trickreichen Informationsbeschaffung), sondern scheinbar nur, um zu prüfen, ob es unklare, da bloß symbolische Informationen, die es mutmaßlich über seine Hellsinne medial erhalten hat, korrekt interpretiert (Informationsdeutung). Mehr zu der Art und Weise, wie Medien Informationen wahrnehmen und wie man am besten mit dieser Unbestimmtheit umgeht, erfahren Sie wie gesagt auf unserer Artikelseite "Tipps zur Überprüfung von Medialität im Selbstexperiment".
29:15 Minuten, deutsch
Das Medium trägt in diesem Video Elektroden auf dem Kopf, weil Professor Lazar dessen Gehirnwellenfrequenzen aufzeichnen wollte, um festzustellen, ob und wie sich diese während der Sitzung verändern. Wie Sie sehen werden, berichtet das Medium im Laufe des Sittings über hochspezifische Details, die außer den Hinterbliebenen selbst niemand wissen kann.
- „Mir wurde die genaue Todesursache genannt (Selbstmord durch Kohlenmonoxyd).“
- „Mein 13-jähriger verstorbener Sohn erzählte dem Medium im Sitting, dass sein Lieblingslehrer bei seiner Beerdigung eine orangefarbene Jacke trug – das stimmte.“
- „Nicht nur über die verstorbene Person wurde berichtet, das Medium wusste auch, dass ich zwei Babys im Bauch verloren habe, auch das war korrekt.“
Solche spezifischen Details kann man wohl weder erraten noch durch Cold Reading in Erfahrung bringen. Insofern wundert es auch nicht, dass selbst diejenigen Kunden, die Jenseitskontakte vor dem Sitting noch für Blödsinn hielten, im Anschluss an die Sitzung überzeugt herauskamen.
Ein Skeptiker kann in Anbetracht solch starker Indizien eigentlich nur noch eines tun, wenn er die Realität von medialer Kommunikation weiterhin abstreiten will: Er muss Professor Lazar, den beiden untersuchten Medien und den 500 weiteren Studienteilnehmern, die für die EREAMS-Studie im Einsatz waren, unterstellen, zu betrügen oder sich zu täuschen. Er müsste auch alle weiteren Wissenschaftler und Studienteilnehmer des Betrugs oder der Selbsttäuschung bezichtigen, die bereits zuvor Experimente auf dem Gebiet der Medialität durchgeführt haben. Die EREAMS-Studie ist nämlich nur die aktuellste Studie in einer längeren Forschungstradition (siehe zu weiteren Experimenten die folgende Artikelseite).
Hier stellt sich natürlich die Frage nach der Legitimität einer solchen Geisteshaltung. Wer ohne Beweise und ohne einen konkreten Anfangsverdacht derartig schwerwiegende Vorwürfe äußert, entlarvt sich im Grunde als fundamentalistischer Dogmatiker, der sich schlichtweg weigert, sich offen mit ernstgemeinten Forschungsvorhaben und deren signifikanten Resultaten auseinanderzusetzen. Das hat aus unserer Sicht mit gesunder Skepsis nichts mehr zu tun. Natürlich sollte man nicht alles naiv glauben. Man sollte aber auch nicht alles starsinnig abstreiten. Und wer es wirklich ganz genau wissen will, der kann die Realität medialer Informationsübermittlung ja auch im Selbstexperiment überprüfen. Wie man sich dabei am besten anstellen kann, erfahren Sie auf unserer Artikelseite "Tipps zur Überprüfung von Medialität im Selbstexperiment".