Wie sich laut "Ra" und "Michael" die Entwicklung unseres Bewusstseins vollzieht
Hierzu zählen zum Beispiel unser Entwicklungsziel (Goal), unsere Mentalität (Attitude), unser Modus der Zielverfolgung (Mode), eine bestimmte Art von Zentrierung (Center), bestimmte Hindernisse (Obstacles) sowie unser Körpertyp (Body Type).
Jedem dieser Merkmale sind jeweils sieben Ausprägungen zugeordnet, aus denen die Seele vor ihrer Inkarnation jeweils eine (bei den Hindernissen zwei) aussucht. Um nur ein Beispiel zu nennen: Das Merkmal „Modus“ erlaubt eine Auswahl aus den sieben Möglichkeiten „Zurückhaltung“ (Reserve), „Leidenschaft“ (Passion), „Vorsicht“ (Caution), „Macht“ (Power), „Ausdauer“ (Perseverance), „Aggressivität“ (Aggression) und „Beobachtung“ (Observation). Pro Erdenleben wird sich eine Seele jeweils eines dieser sieben Merkmale aussuchen, was sich entsprechend auf die Charakterzüge dieses Menschen auswirken wird. Dasselbe gilt für alle anderen „Overleaves“, sodass für jede Inkarnation eine neuartige Kombination von Eigenschaften entsteht. So erfahren wir die physische Wirklichkeit aus der Wahrnehmung wechselnder Persönlichkeiten, wenngleich wir im Kern (in unserer „Seelenrolle“) und erst recht als „Funke“ des „Tao“ (in unserem „höheren Selbst“) stets dieselbe Wesenheit bleiben.
Das Grundprinzip der Resonanz kennt jeder aus der Musik: Wenn ein Gitarrist die Saiten seines Instruments in Schwingung versetzt, schwingt der Holzkorpus der Gitarre mit, wodurch der Klang lauter wird. Dieses Mitschwingen nennt man „Resonieren“, der Korpus fungiert also als „Resonanzkörper“.
Sheldrake nutzt das Konzept der Resonanz metaphorisch, um nichtmaterielle Informationsübertragung zu erklären (siehe unsere Artikelsammlung zu Sheldrakes morphischen Feldern). Um ohne physischen Träger miteinander kommunizieren zu können, müssen die betreffenden Akteure „resonieren“, das heißt es muss eine Art Verbindung und Gemeinsamkeit zwischen ihnen vorliegen. Deshalb funktioniert Telepathie laut Sheldrake vor allem dann gut, wenn sich die betroffenen Personen nahestehen, wenn sie sozusagen ähnlich „schwingen“. Verschiedene psychologische Experimente zur Telepathie, unter anderem mit Zwillingen, erhärten diesen Verdacht (siehe hierzu unserer Artikelsammlung über Studien zur Telepathie).
Womöglich passiert bei der Reinkarnation etwas Ähnliches: Kinder inkarnieren vorzugsweise bei solchen Eltern und in solchen sozialen und kulturellen Milieus, die ähnlich „schwingen“, wo also ähnliche seelische Eigenschaften dominieren.
Seelen, die sich über viele Erdenleben und astrale Zwischenleben hinweg kennen und schätzen gelernt haben, harmonieren gut miteinander, was laut „Michael“ die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie sich stets aufs Neue begegnen.
Doch nicht nur die Zuordnung des sozialen Umfelds wird im Vorfeld einer Inkarnation festgelegt. Sogar einzelne Lebensereignisse können nach den „Michael-Teachings” in absichtsvoller Planung ins Auge gefasst werden. Der Zweck solcher Bestrebungen liegt darin, Erfahrungen zu generieren, die zu unseren Entwicklungserfordernissen passen. Davon berichtet auch „Ra”:
„Das inkarnierende Wesen, das sich des inkarnativen Prozesses bewusst ist, und deshalb seine eigene Erfahrung programmiert, kann die Menge an Katalyst oder, um es anders auszudrücken, die Zahl der Lektionen wählen, die es unterlaufen wird, um [sie] in einer Inkarnation zu erleben und daraus zu lernen. Dies bedeutet nicht, dass alles vorherbestimmt ist, sondern eher, dass es unsichtbare Leitlinien gibt, die Ereignisse formen, die entsprechend dieser Programmierung funktionieren. Wenn eine Gelegenheit verpasst wurde, wird eine andere erscheinen, bis der, sagen wir, Student der Lebenserfahrung versteht, dass eine Lektion angeboten wird und er sie durchläuft, um sie zu lernen.” (Elkins, Don; McCarty, Jim; Rückert, Carla L.: Der Ra-Kontakt, Oberkrämer 2021, S. 224)
Und so wie in der Natur kleine und große Spannungen auftreten, kommen auch beim Karma kleine und große Verstrickungen zustande. Ein Mörder baut zum Beispiel eine größere karmische Spannung auf als ein Firmenchef, der einen Mitarbeiter auf unfaire Weise entlässt.
Um karmische Spannungen zu entladen, müssen die Ereignisse umgekehrt werden. Dann kann der Täter seine lieblosen Handlungen in vergleichbarer Weise an sich selbst erfahren und somit die Auswirkung seiner Taten besser verstehen lernen. Sofern eine „karmische Verstrickung” nicht im aktuellen Leben gelöst werden kann, wird sie ins nächste Leben mitgenommen. Die involvierten Seelen planen ihre Inkarnationen dann so, dass Gelegenheiten zum Ausgleichen des Karmas entstehen werden. Das ständige Aufbauen und Entladen karmischer Spannungen über mehrere Leben hinweg beschreibt „Ra“ als Trägheit einer fortgesetzten Bewegung, die nur dann gebremst oder gestoppt werden kann, wenn Menschen einander vergeben:
„Unser Verständnis von Karma ist das, was Trägheit genannt werden kann. Jene Handlungen, die in Bewegung gesetzt sind, werden sich fortsetzen, indem sie die Wege des Ausgleichens [sic!] verwenden, bis zu der Zeit, wenn das kontrollierende oder höhere Prinzip, das du mit eurem Bremsen oder Anhalten vergleichen kannst, angerufen wird. Dieses Stoppen der Trägheit von Handlung kann Vergeben genannt werden.“ (S. 229f.)
Unzweifelhaft erscheint indes die Tatsache der Reinkarnation selbst, denn hierfür gibt es vonseiten der Reinkarnationsforschung überzeugende Indizienbeweise, die jeder Überprüfung standhalten (siehe hierzu unsere Artikelsammlung zur Reinkarnationsforschung). Abgesehen von der empirischen Indizienlage sprechen auch logische Erwägungen für die Reinkarnation. Wenn jeder Mensch nur einmal geboren würde, wobei der eine sein Glück in einer wohlhabenden und friedvollen Umgebung findet, während ein anderer im Elend aufwächst oder zu Tode gefoltert wird, dann gliche das Leben einer zynischen Lotterie. Ebenso absurd wirkt die Vorstellung mancher Religionen, wonach am Ende unserer einmaligen Leben – so unterschiedlich ihre Bedingungen gewesen sein mögen – eine Art Gerichtsurteil gefällt wird, das nur zwei Extreme kennt: Freispruch samt Belohnung (Erlösung/Himmel) oder Höchststrafe ohne jegliche Chance auf Haftentlassung (ewige Höllenqualen). Wo bleibt da die Differenzierung? Wo bleibt die Berücksichtigung der verschiedenen Lebensumstände? Und wo bleibt die Chance auf Wiedergutmachung?