Wie man durch die Überwindung des Materialismus zum Sinn des Lebens vorstoßen kann
Das betrifft auch unsere Gedanken und Gefühle. Laut materialistischer Naturwissenschaft erscheint es uns nur so, als würden wir aus freier und eigener Initiative etwas denken, fühlen oder entscheiden. In Wirklichkeit erlebten wir aber nur die Wirkungen von materiellen Prozessen, die wir nicht im Geringsten kontrollieren können.
Weil dieses Weltbild so trostlos ist, stürzt Sabine Hossenfelder ihre Leser und Follower regelmäßig in Sinnkrisen. Sie selbst sagt dazu:
„Ich habe ab und zu als Reaktion auf meine Bücher oder Videos sehr traurige Leserbriefe bekommen. Gerade wenn es in meinen Büchern oder Videos um Fragen geht, wie das Universum begann oder ob wir einen freien Willen haben. Ich beschränke mich dann auf die Sachen, die wir wirklich wissen. Das ist für manche Menschen ernüchternd, deshalb gebe ich inzwischen eine Vorwarnung: Bei mir wird nicht herumgeschwafelt.“ (Interview in der Neuen Züricher Zeitung vom 3. März 2024)
Nicht nur die Leser und Follower von Sabine Hossenfelder sowie die vielen Menschen, die im Laufe ihrer Sozialisation mit einem materialistischen Weltbild aufgewachsen sind, leiden darunter. Wie Sabine Hossenfelder im besagten Interview in der „Sternstunde Philosophie“ preisgab, hat sie selbst jahrelang unter ihrer eigenen Weltsicht gelitten, und zwar so sehr, dass sie eine Psychologin aufsuchte (siehe im nachstehenden Video ab Minute 23:00). Welch traurige Ironie!
56:42 Minuten, deutsch
Ab Minute 23:00 berichtet die Physikerin und Materialistin Dr. Sabine Hossenfelder, wie sie selbst unter ihrem eigenen Weltbild derart gelitten hat, dass sie sich in eine Psychotherapie begab.
Reichtum mag viele Vorteile mit sich bringen und es ist nichts Verwerfliches daran, Freude an materiellen Dingen zu haben. Dennoch rücken materielle Werte in den Hintergrund, sobald man erkannt hat, dass es hinter der materiellen Wirklichkeit noch eine metaphysische Hintergrundrealität gibt.
Menschen, die sich auf den Weg machen, diese Hintergrundrealität zu erfahren, sind spirituelle Menschen. Sie haben begriffen, dass unser materielles Universum als Schöpfung eines Geistes nur Maya (hinduistische Philosophie), nur Schatten (Platon), nur Simulation (Campbell), nur Vorstellung (Schopenhauer) beziehungsweise nur „Ding für uns“ (Kant) ist. Um die geistige Quelle hinter diesem materiellen Schleier zu ergründen, fangen sie dort an zu suchen, wo sich dieser Geist für sie selbst am unmittelbarsten manifestiert: im eigenen Ich. Spirituelle Menschen verbringen viel Zeit damit, in sich selbst zu versinken. So können sie auf konstruktive Weise über ihre Gedanken, ihre Motivationen und ihre Gefühle reflektieren und versuchen, Bewusstseinszustände zu erreichen, die ihnen eine erweiterte Wahrnehmung und vielleicht sogar ein Erleben geistiger Welten und Wesen erlaubt. Diese Art der Selbsterkundung ist von einer derart herausragenden Bedeutung, dass ihr im Anschluss eigene Artikelseiten gewidmet sind.
Das Motto „nach mir die Sintflut“ wäre in diesem Fall verfehlt. In einem spirituellen Weltbild ist es eben nicht so, dass wir hier auf der Erde tun und lassen könnten, was wir wollten, ohne dass wir dafür irgendwelche Konsequenzen tragen müssten. Wir könnten uns eben nicht damit herausreden, dass ja ohnehin alles egal sei, weil wir ja sowieso alle sterben. Im Gegenteil: Wenn wir den Tod überdauern und vielleicht sogar noch etliche Male wiederkehren, könnte es durchaus sein, dass die Art und Weise, wie wir unser aktuelles Leben bestreiten, in einem späteren Leben auf uns zurückfällt. Das soll nicht nach einer Drohung klingen, sondern nur deutlich machen, dass die Entwicklung des Bewusstseins mit dem physischen Tod keinen Abschluss findet und dass in nichtphysischen Daseinsbereichen womöglich Ursache-Wirkungsbeziehungen existieren, die über den physischen Tod hinausreichen.