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Philosophie & Wissenschaft

Woher wissen wir, was wahr ist? (3/8) 
Kann man die Existenz "geistiger Welten" beweisen?


Geistige Welten gelten als wissenschaftlich nicht beweisbar. Doch gibt es vielleicht andere, nicht-wissenschaftliche Methoden der Erkenntnis, die trotzdem zuverlässig sind und Gewissheit liefern? Ein Vergleich verschiedener Forschungsansätze


1) Grenzen der Naturwissenschaft

Philosophisch betrachtet liegt es auf der Hand, dass das Wesen der Wirklichkeit für uns Menschen nicht vollends durchdringbar ist (siehe hierzu unseren Artikel: "Grenzen der Wissenschaft aus Sicht der Philosophie"). Doch bedeutet das zwangsläufig, dass die Frage, ob es "geistige Welten" gibt, am Ende reine Glaubenssache bleibt? Oder gibt es vielleicht trotzdem Wege, sich einer möglichen "geistigen Welt" zumindest annähern zu können? Und wenn ja, welche Wege könnten das sein?

Die objektive Wissenschaft scheidet an dieser Stelle offenbar aus. Früher oder später wird sie an den Erkenntnisgrenzen scheitern, die auf den Artikelseiten "Wann gilt etwas als wissenschaftlich bewiesen?" und "Grenzen der Wissenschaft aus Sicht der Philosophie" beschrieben wurden. Am schnellsten widerfährt dieses Schicksal der Naturwissenschaft. Etwas mehr Spielraum bietet die Sozialwissenschaft (siehe Abschnitt 2 dieser Artikelseite). Wirklich realistische Chancen der Überprüfung liefert allein die subjektive Erfahrung (siehe Abschnitt 3).

Bevor wir uns diese Möglichkeiten näher anschauen, wollen wir aber noch einen Moment bei der Naturwissenschaft verweilen. Denn obschon sie natürlich aufgrund ihrer Methodik (Beobachtung, Messung, Experiment) zwangsläufig auf das materielle Diesseits beschränkt bleibt, liefert sie mitunter indirekte Hinweise auf die mögliche Existenz einer größeren Realität – nämlich immer dann, wenn sie mit ihrer Methodik an Grenzen stößt.

Beispiel 1: Woraus besteht Materie?

Ein Beispiel dafür ist die Frage, woraus Materie eigentlich besteht. Quantenphysiker haben bei ihren Experimenten immer kleinere Teilchen gefunden, die nach heutigem Stand der Forschung nicht weiter zerlegt werden können. Das sind die sogenannten Elementarteilchen. Zu ihnen zählen beispielsweise die Elektronen sowie die Quarks, die sich im Inneren eines Atomkerns befinden. Bemerkenswert dabei ist, dass der nichtmaterielle Zwischenraum zwischen diesen Elementarteilchen, etwa der Abstand zwischen einem Elektron und den Teilchen im Atomkern, unfassbar viel größer ist als der Umfang der Teilchen selbst. In einem Atom herrscht demnach zu über 99,99 Prozent „Leere“ statt feste Materie. Noch bemerkenswerter sind die Ergebnisse des berühmten Doppelspaltexperiments, bei dem sich Elektronen gar nicht wie Teilchen verhalten, sondern Eigenschaften einer Welle aufweisen. Das Experiment wurde sogar mit vergleichsweise riesigen Kohlenstoffmolekülen (Fullerenen) erfolgreich wiederholt. Bis heute weiß niemand so genau, wie diese seltsamen Beobachtungen zu deuten sind und was Materie in ihrem Innersten letztlich ausmacht. Mehr zum Doppelspaltexperiment und auch zu den leeren Zwischenwelten innerhalb der Atome erfahren Sie in unserer Artikelsammlung "Was ist eigentlich Materie?".

Beispiel 2: Wo steckt das Bewusstsein?

Eine weitere offene Frage der Naturwissenschaft lautet, wie Gehirn und Bewusstsein zusammenhängen. Die moderne Hirnforschung kann mit bildgebenden Verfahren sehr schön zeigen, wo im Gehirn welche Areale aktiv sind, wenn wir bestimmte Dinge denken und fühlen. Ob das Gehirn damit gleichsam Ursache dieser Gedanken und Gefühle ist, ob und wie also Bewusstsein im Gehirn entsteht, lässt sich hingegen nicht beweisen. Im Gegenteil deuten Fallbeispiele von Patienten mit extrem stark beschädigten Gehirnen bei zugleich völlig normalem Verstand darauf hin, dass sich Bewusstsein womöglich auch (fast) ohne Gehirn entfalten kann. Entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen und mögliche Schlussfolgerungen daraus finden Sie im Themenbereich "Bewusstseinsforschung" in der dortigen Artikelsammlung "Wo steckt unser Bewusstsein?".

Beispiel 3: Woher kommt das Leben?

Ein anderes Rätsel der modernen Naturwissenschaft betrifft die Entstehung des Lebens. Fälschlicherweise hält die breite Öffentlichkeit dieses Problem vor dem Hintergrund der Evolutionstheorie für gelöst. Irgendwie müssen sich halt vor Milliarden von Jahren in zufälligen Prozessen aus unbelebter Materie erste Zellen gebildet haben, die sich dann im Laufe weiterer Jahrmilliarden zu immer komplexeren Strukturen organisierten – bis hin zu Pflanzen, Tieren und uns Menschen. Bei Lichte betrachtet sind das jedoch nicht mehr als Hypothesen. Für die sogenannte Abiogenese, also die spontane Entstehung belebter Materie aus zuvor unbelebter Materie gibt es bis heute keinen experimentellen Nachweis (mehr dazu erfahren Sie in der Artikelsammmlung "Leben - ein wissenschaftliches Rätsel").

Bei all diesen ungelösten Rätseln stellt sich natürlich eine alles entscheidende Frage: 

Liegt hier bloß weiterer Forschungsbedarf vor, sodass sich durch künftigen wissenschaftlichen Fortschritt doch noch eine naturwissenschaftliche Erklärung herauskristallisieren wird? Oder stößt die Naturwissenschaft hier tatsächlich an die Grenzen ihrer Erkenntnismöglichkeiten, weil die genannten Rätsel womöglich aus einer Verwicklung mit nichtphysischen Realitätsebenen resultieren? Wäre letzteres der Fall, ließen sich diese Grenzen als erste Hinweise auf eine größere Realität deuten, die naturwissenschaftlich nicht erfasst werden kann. Dann könnte die Naturwissenschaft auch in Zukunft nicht nachvollziehen, was sich hinter den Paradoxien der Quantenphysik verbirgt, wie Bewusstsein entsteht und woher das Leben stammt. Folglich bräuchten wir alternative, nicht-naturwissenschaftliche und nicht-materialistische Erklärungsmodelle. Damit diese sich nicht in bloßen Spekulationen erschöpfen, bräuchten wir außerdem „empirische Rohdaten“, sprich: durch Erfahrung überprüfbare Indizienbeweise. Strenggenommen lassen sich solche Beweise nur durch subjektive Erlebnisse generieren (siehe hierzu den Abschnitt 3 auf dieser Artikelseite). Indirekt kann aber auch die Sozialwissenschaft einen hilfreichen Beitrag zur Erkundung des Metaphysischen leisten.

2) Chancen und Schwierigkeiten der Sozialwissenschaft

Im Gegensatz zu Naturwissenschaftlern, die sich mit der Beschaffenheit und der Funktionsweise von Materie auseinandersetzen, untersuchen Sozialwissenschaftler das Erleben und Verhalten von Menschen.

Für eine Annäherung an metaphysische Realitätsebenen eignet sich die Sozialwissenschaft insofern besser als die Naturwissenschaft. Denn Menschen erleben mitunter Dinge, die „nicht von dieser Welt“ zu sein scheinen. Anders als Tiere, Pflanzen oder unbelebte Materie können Menschen von diesen Dingen auch berichten. Eine potenziell zweckdienliche Aufgabe der Sozialwissenschaft bestünde deshalb darin, solche Erfahrungsberichte systematisch zu dokumentieren. Nahtoderfahrungen wären ein typisches Beispiel. Die Liste weiterer ungewöhnlicher Erlebnisse, von denen Menschen sich erzählen, ist lang. Manche geben vor, auf übersinnliche Weise Dinge wahrzunehmen, die an anderen Orten der Welt geschehen (Fernwahrnehmung). Andere behaupten, sich an ein früheres Leben zu erinnern (Wiedergeburt). Wieder andere meinen, in Kontakt mit Verstorbenen treten zu können (Medialität).

Selbstverständlich kann es immer wieder passieren, dass Menschen solche Geschichten in betrügerischer Absicht erfinden. Andere machen sich vielleicht nur etwas vor. Und selbstverständlich verrät ein bloßer Bericht über ein ungewöhnliches Ereignis selbst dann, wenn das Erleben authentisch sein sollte, noch nichts über die eigentliche Ursache des Erfahrenen. Ob zum Beispiel eine Nahtoterfahrung wirklich als Seelenreise ins Jenseits verstanden werden muss oder ob sie im Einklang mit den Naturwissenschaften als eindrucksvolle Gehirnillusion gedeutet werden kann, gilt bekanntlich als umstritten. Dasselbe gilt für die Frage, ob eine Erinnerung an ein vermeintliches Vorleben wirklich auf Reinkarnation hinweist oder vielleicht nur verdrängte Kindheitserlebnisse und unbewusste Eindrücke aus historischen Filmen ins Gedächtnis spült.

Das bloße Dokumentieren von ungewöhnlichen Erfahrungen reicht also keinesfalls aus, um als Beweis für die Existenz des Metaphysischen herzuhalten. Erst durch eine vergleichende und vertiefende Analyse solcher Berichte könnten zumindest ansatzweise Plausibilitätsüberlegungen darüber angestellt werden, wie das Erlebte am besten einzuordnen sei. Dabei wäre es unerlässlich, auch den jeweiligen Entstehungskontext einer außergewöhnlichen Erfahrung zu ermitteln. Im Falle einer Nahtoderfahrung wäre es zum Beispiel hilfreich, die Umstände und die Dauer des klinischen Todes, die Medikation und die körperliche Disposition des Patienten sowie dessen Glaubwürdigkeit, Sozialisation, religiösen Hintergrund und psychische Verfassung festzustellen. Auf Basis all dieser Zusatzinformationen ließe sich etwas besser abschätzen, ob Nahtoderfahrungen auf natürliche Weise erklärbar sind oder ob vielleicht doch mehr dahintersteckt.

Zu welchen Erkenntnissen solche umfassenden Analysen führen können, erfahren Sie unter anderem in unserem Themenbereich "Bewusstseinsforschung" in der Artikelsammlung "Nahtodforschung". Dort setzen wir uns mit entsprechenden Forschungsarbeiten einiger Pioniere der Nahtodforschung wie Prof. Bruce Greyson oder Dr. Pim van Lommel auseinander. Auch das Thema Wiedergeburt wird im Themenbereich "Bewusstseinsforschung" in der Artikelsammlung "Reinkarnationsforschung" wieder aufgegriffen. Hier können Sie unter anderem die Arbeit des Psychiaters und Kinderpsychologen Prof. Jim Tucker kennenlernen, der sich seit mehreren Jahrzehnten mit Spontanerinnerungen von Kindern an vermeintliche Vorleben befasst.

Grundsätzlich gilt natürlich: Alle Forschungsarbeit, die auf der deutenden Auswertung subjektiver Berichte fußt, bleibt von ihrer wissenschaftlichen Überzeugungskraft her schwächer als ein objektiv überprüfbares Experiment. Denn was andere Menschen erlebt haben, kann man zwar nachträglich in Form eines Berichts dokumentieren und analysieren, nicht aber im Moment des Geschehens persönlich beobachten und nachvollziehen. Anders ist das bei einem Experiment. Hier spielt sich etwas objektiv Nachprüfbares ab, das Forscher für jedermann sichtbar vorführen könnten. Es wäre also wünschenswert, wenn Sozialwissenschaftler nicht nur auf Erfahrungsberichte und Befragungen, sondern auch auf Experimente zurückgreifen könnten.

Vor allem in der Psychologie gab es in den vergangenen Jahrzehnten etliche Bemühungen, mutmaßlich übersinnliche Phänomene auch experimentell zu erfassen. Protagonisten in diesem Bereich sind zum Beispiel Prof. Robert G. Jahn und Dr. Dean Radin.

Robert Jahn (1930-2017) war ein US-amerikanischer Plasmaphysiker, Professor für Luft- und Raumfahrttechnik und Dekan für Ingenieurwissenschaften an der Princeton University. 1979 gründete er mit dem Princeton Engineering Anomalies Research Lab eines der ersten akademischen Forschungsinstitute weltweit, das sich systematisch und experimentell mit ungewöhnlichen Bewusstseinsphänomenen befasste.

Bis 2007 forschten Jahn und Kollegen schwerpunktmäßig an der Beeinflussung von Zufallsgeneratoren durch Willenskraft sowie am Phänomen der Fernwahrnehmung. Mehr zu diesen Experimenten finden Sie im Themenbereich "Bewusstseinsforschung" in der Artikelsammlung "Studien zur mentalen Beeinflussung von Zufallsprozessen".

Dr. Dean Radin ist ein US-amerikanischer Elektrotechniker und Psychologe und leitet das kalifornische Institute of Noetic Sciences, das 1973 unter anderem vom bekannten US-Astronauten Edgar Mitchell gegründet wurde, um sich der Erforschung paranormaler Phänomene zu widmen. Dean Radin hat über hundert wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und gehört weltweit zu den prominentesten Forschern auf dem Gebiet der Parapsychologie. Auch zu diesen Experimenten finden Sie mehr Informationen in der vorhin genannten Artikelsammlung.

Es liegt in der Natur der Sache, dass sogenannte Skeptiker die Forschung an übersinnlichen Phänomenen für unseriöse Pseudowissenschaft halten. Forscher wie Jahn und Radin werfen ihrerseits den Skeptikern mangelnde Offenheit vor und betonen, bei ihren Experimenten stets mit größter Sorgfalt vorgegangen zu sein. Machen Sie sich in unserem Themenbreich "Bewusstseinsforschung" gerne selbst ein Bild. Dort werden Sie neben den Arbeiten von Prof. Robert Jahn und Dr. Dean Radin viele weitere Experimente und Studien aus dem Bereich der Parapsychologie kennenlernen. Sofern es sich hierbei um seriöse Forschung handelt, könnten diese Studien belastbare Indizien dafür liefern, dass die Realität tatsächlich größer ist, als sie scheint. Vollends überzeugen würden Sie diese Studien vielleicht trotzdem nicht. Dazu müssten Sie die entsprechenden Erfahrungen schon selbst machen. Hierum geht es im nun folgenden Abschnitt.

3) Subjektive Erfahrung als Königsweg zur Erkenntnis

Für die Wissenschaft, die verlangt, objektiv nachprüfbare Forschung zu betreiben, ist subjektives Erleben und Erfahren der schlechteste, weil intransparenteste Weg, Wissen über die Welt zu erlangen. Was ein einzelner Mensch nur ganz persönlich erfahren hat und nur er selbst weiß, lässt sich durch außenstehende Forscher weder bestätigen noch widerlegen. Deshalb ist diese Art von „persönlichem“ Wissen für die Wissenschaft nutzlos. Trotzdem eignet sich der persönliche Zugang zur Vergewisserung und Erforschung des Metaphysischen am besten. Wie passt das zusammen?

Ganz einfach: Wenn es nicht möglich ist, mutmaßlich metaphysische Erfahrungen anderer Menschen objektiv zu überprüfen, bestünde der direkteste Weg, der Sache auf den Grund zu gehen, darin, die entsprechenden Erfahrungen selbst zu machen. Dann würde dasjenige, was zuvor fremdartig und eher unglaubwürdig schien, zu einem eigenen, subjektiven Erleben. Auch dieses entzöge sich freilich der objektiven Überprüfbarkeit von außen. Naturwissenschaftlich gesehen blieben entsprechende Erfahrungen also weiterhin unbewiesen. Für einen selbst erbrächten sie aber den stärksten Beweis, den man sich überhaupt vorstellen kann. Denn was man selbst erfahren hat, weiß man ja unmittelbar und ganz gewiss, und zwar auch dann, wenn man das Außenstehenden nicht demonstrieren kann.

In diesem Sinne ist die subjektive Erfahrung sogar noch zuverlässiger als das Studium parapsychologischer Forschungsstudien.

Solange man etwas nicht selbst erfahren hat, kann man schließlich nur glauben, was indirekt in Form von Texten oder Vorträgen an einen herangetragen wird. Die dahinterstehenden Autoren mögen noch so glaubwürdig sein und zweifellos gibt es viele gute Gründe, seriöser Forschung zu vertrauen. Dennoch weiß man dasjenige, was andere schreiben, nicht selbst. Wirkliche Gewissheit bringt immer nur das, was man unmittelbar durch eigene Erfahrung herausfindet. Die subjektive Erfahrung stellt insofern die höchste und sicherste Stufe der Erkenntnis dar – zumindest für diejenige Person, die diese Erfahrung macht.

Dass und wie man subjektive Erlebnisse generieren kann, mit denen sich die Realität des Metaphysischen gezielt überprüfen lässt, erfahren Sie hier auf Matrixwissen.de auf den entsprechenden Artikelseiten zu verschiedenen Selbstexperimenten, etwa zu "Jenseitskontakten", "Remote Viewing", "Telekinese", "Sehen ohne Augen", "außerkörperliche Erfahrungen" oder "Channeling". Es liegt auf der Hand, dass manches weniger Aufwand erfordert als anderes und nicht alles wirklich geeignet ist, um als Selbstexperiment nachvollzogen zu werden. Beispielsweise wäre es keine gute Idee, eine Nahtoderfahrung im Selbstversuch erleben zu wollen. 

Ob es der Wahrheitsfindung dient, Menschen, die übersinnliche Erfahrungen machen, immer wieder laut und öffentlich als Spinner oder Scharlatane zu diskreditieren, wie es besonders eifrige Naturwissenschaftler und Skeptiker gerne tun, möchten wir doch mal stark anzweifeln.

Gewiss, auf dem Esoterikmarkt gibt es haufenweise Betrüger und leichtgläubige Schwurbler. Es ist auch richtig und wichtig, all diese Betrüger zu entlarven. Denn Betrug schadet nicht nur den unmittelbaren Opfern des Betrugs selbst. Betrüger auf dem Gebiet der Spiritualität ziehen auch alle Menschen mit in den Dreck, die vielleicht wirklich über außersinnliche Fähigkeiten verfügen oder paranormale Erfahrungen machen. Zudem erschweren Betrüger ernst gemeinte Forschung an übersinnlichen Phänomenen, weil sie rufschädigend wirken und einen erhöhten Ressourcenaufwand erforderlich machen, um die wenigen überzeugenden Einzelfälle aus der Masse der kaum aussagekräftigen oder eben bewusst erlogenen Geschichten herauszufiltern.

Trotz aller Scharlatanerie und esoterischen Spinnereien ist es aus unserer Sicht anmaßend, von vorneherein allen Menschen, die eine unerklärliche Erfahrung gemacht haben wollen, die Glaubwürdigkeit oder gar ihre Zurechnungsfähigkeit abzusprechen. Schlimmstenfalls führt es dazu, dass Menschen, die authentische Erfahrungen paranormaler Art erleben, aus Angst vor Diskreditierung lieber darüber schweigen oder sogar an ihrem eigenen Verstand zweifeln, anstatt ihre Geschichten zu teilen und sie für Forschungszwecke zugänglich zu machen.

Es bleibt dabei: Sollte es eine nichtphysische Wirklichkeit geben, die in unsere physische Realität hineinwirkt, sind subjektive Erfahrungen die effizienteste Methode, dies zu verifizieren. Wenn Sie nicht glauben, sondern wissen wollen, was an den vielen verrückten Erzählungen dran ist, von denen immer wieder zu hören und zu lesen ist, gibt es keinen besseren Weg, als solche Erlebnisse selbst herbeizuführen (z.B. durch die oben verlinkten Selbstexperimente). Sollte Ihnen das gelingen, müssten Sie allerdings gründlich prüfen, ob es nicht doch eine normale Erklärung für Ihr ungewöhnliches Erlebnis geben könnte. Erst wenn Sie das mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen könnten, hätten Sie ein sehr starkes Indiz dafür gefunden, dass die Welt mehr ist als nur das, was man sehen, anfassen und messen kann. Sie könnten das zwar anderen gegenüber nicht beweisen, hätten aber bestenfalls eine hohe Gewissheit für sich selbst.

Wer subjektive Beweise mit der Begründung ablehnt, dass diese ja nicht objektiv nachprüfbar seien, verhält sich wie ein Mensch, der Innenräume ablehnt, weil diese sich nicht im Freien befinden. Ja, es stimmt, ein subjektiver Beweis lässt sich objektiv nicht überprüfen. Und ja, es stimmt, was drinnen ist, das ist nicht draußen. Aber warum sollte das ein Problem sein?

Drinnen und draußen sind zwei verschiedene Aufenthaltsorte, an denen man verschiedene Dinge vorfinden und erleben kann. Beides hat in bestimmten Situationen seine Vorzüge und damit seine Daseinsberechtigung. Und so ist es mit den verschiedenen Methoden des Weltzugangs auch: Nur weil etwas nicht wissenschaftlich bewiesen werden kann (sich nicht „draußen“ befindet), muss es deshalb nicht unwahr sein. Es gibt eben auch einen weiteren Zugang zur Wahrheit, nämlich den über die rein subjektive Erfahrung (das „Innenleben“). Wer das verkennt und die Wissenschaft als einzige zulässige Möglichkeit der Welterkenntnis akzeptiert, befindet sich in der größten aller Glaubensfallen: Ohne es zu merken, verabsolutiert er die Wissenschaft zu einer Art Religion und spricht allem, was mit wissenschaftlichen Methoden nicht erfassbar ist, den Wirklichkeitsgehalt ab (siehe hierzu auch die nächste Artikelseite: "Die Verabsolutierung der Naturwissenschaft. Wenn wissenschaftliches Denken zur Religion erhoben wird"). Das ist in etwa so, als würde man behaupten, dass es im Inneren eines Hauses nichts geben kann, weil man das von außen ja nicht sehen könne.

4) Weiterführende Informationen und Buchtipps: