Geistige Welten gelten als wissenschaftlich nicht beweisbar. Doch gibt es vielleicht andere, nicht-wissenschaftliche Methoden der Erkenntnis, die trotzdem zuverlässig sind und Gewissheit liefern? Ein Vergleich verschiedener Forschungsansätze
Liegt hier bloß weiterer Forschungsbedarf vor, sodass sich durch künftigen wissenschaftlichen Fortschritt doch noch eine naturwissenschaftliche Erklärung herauskristallisieren wird? Oder stößt die Naturwissenschaft hier tatsächlich an die Grenzen ihrer Erkenntnismöglichkeiten, weil die genannten Rätsel womöglich aus einer Verwicklung mit nichtphysischen Realitätsebenen resultieren? Wäre letzteres der Fall, ließen sich diese Grenzen als erste Hinweise auf eine größere Realität deuten, die naturwissenschaftlich nicht erfasst werden kann. Dann könnte die Naturwissenschaft auch in Zukunft nicht nachvollziehen, was sich hinter den Paradoxien der Quantenphysik verbirgt, wie Bewusstsein entsteht und woher das Leben stammt. Folglich bräuchten wir alternative, nicht-naturwissenschaftliche und nicht-materialistische Erklärungsmodelle. Damit diese sich nicht in bloßen Spekulationen erschöpfen, bräuchten wir außerdem „empirische Rohdaten“, sprich: durch Erfahrung überprüfbare Indizienbeweise. Strenggenommen lassen sich solche Beweise nur durch subjektive Erlebnisse generieren (siehe hierzu den Abschnitt 3 auf dieser Artikelseite). Indirekt kann aber auch die Sozialwissenschaft einen hilfreichen Beitrag zur Erkundung des Metaphysischen leisten.
Grundsätzlich gilt natürlich: Alle Forschungsarbeit, die auf der deutenden Auswertung subjektiver Berichte fußt, bleibt von ihrer wissenschaftlichen Überzeugungskraft her schwächer als ein objektiv überprüfbares Experiment. Denn was andere Menschen erlebt haben, kann man zwar nachträglich in Form eines Berichts dokumentieren und analysieren, nicht aber im Moment des Geschehens persönlich beobachten und nachvollziehen. Anders ist das bei einem Experiment. Hier spielt sich etwas objektiv Nachprüfbares ab, das Forscher für jedermann sichtbar vorführen könnten. Es wäre also wünschenswert, wenn Sozialwissenschaftler nicht nur auf Erfahrungsberichte und Befragungen, sondern auch auf Experimente zurückgreifen könnten.
Vor allem in der Psychologie gab es in den vergangenen Jahrzehnten etliche Bemühungen, mutmaßlich übersinnliche Phänomene auch experimentell zu erfassen. Protagonisten in diesem Bereich sind zum Beispiel Prof. Robert G. Jahn und Dr. Dean Radin.
Solange man etwas nicht selbst erfahren hat, kann man schließlich nur glauben, was indirekt in Form von Texten oder Vorträgen an einen herangetragen wird. Die dahinterstehenden Autoren mögen noch so glaubwürdig sein und zweifellos gibt es viele gute Gründe, seriöser Forschung zu vertrauen. Dennoch weiß man dasjenige, was andere schreiben, nicht selbst. Wirkliche Gewissheit bringt immer nur das, was man unmittelbar durch eigene Erfahrung herausfindet. Die subjektive Erfahrung stellt insofern die höchste und sicherste Stufe der Erkenntnis dar – zumindest für diejenige Person, die diese Erfahrung macht.
Dass und wie man subjektive Erlebnisse generieren kann, mit denen sich die Realität des Metaphysischen gezielt überprüfen lässt, erfahren Sie hier auf Matrixwissen.de auf den entsprechenden Artikelseiten zu verschiedenen Selbstexperimenten, etwa zu "Jenseitskontakten", "Remote Viewing", "Telekinese", "Sehen ohne Augen", "außerkörperliche Erfahrungen" oder "Channeling". Es liegt auf der Hand, dass manches weniger Aufwand erfordert als anderes und nicht alles wirklich geeignet ist, um als Selbstexperiment nachvollzogen zu werden. Beispielsweise wäre es keine gute Idee, eine Nahtoderfahrung im Selbstversuch erleben zu wollen.
Gewiss, auf dem Esoterikmarkt gibt es haufenweise Betrüger und leichtgläubige Schwurbler. Es ist auch richtig und wichtig, all diese Betrüger zu entlarven. Denn Betrug schadet nicht nur den unmittelbaren Opfern des Betrugs selbst. Betrüger auf dem Gebiet der Spiritualität ziehen auch alle Menschen mit in den Dreck, die vielleicht wirklich über außersinnliche Fähigkeiten verfügen oder paranormale Erfahrungen machen. Zudem erschweren Betrüger ernst gemeinte Forschung an übersinnlichen Phänomenen, weil sie rufschädigend wirken und einen erhöhten Ressourcenaufwand erforderlich machen, um die wenigen überzeugenden Einzelfälle aus der Masse der kaum aussagekräftigen oder eben bewusst erlogenen Geschichten herauszufiltern.
Trotz aller Scharlatanerie und esoterischen Spinnereien ist es aus unserer Sicht anmaßend, von vorneherein allen Menschen, die eine unerklärliche Erfahrung gemacht haben wollen, die Glaubwürdigkeit oder gar ihre Zurechnungsfähigkeit abzusprechen. Schlimmstenfalls führt es dazu, dass Menschen, die authentische Erfahrungen paranormaler Art erleben, aus Angst vor Diskreditierung lieber darüber schweigen oder sogar an ihrem eigenen Verstand zweifeln, anstatt ihre Geschichten zu teilen und sie für Forschungszwecke zugänglich zu machen.
Es bleibt dabei: Sollte es eine nichtphysische Wirklichkeit geben, die in unsere physische Realität hineinwirkt, sind subjektive Erfahrungen die effizienteste Methode, dies zu verifizieren. Wenn Sie nicht glauben, sondern wissen wollen, was an den vielen verrückten Erzählungen dran ist, von denen immer wieder zu hören und zu lesen ist, gibt es keinen besseren Weg, als solche Erlebnisse selbst herbeizuführen (z.B. durch die oben verlinkten Selbstexperimente). Sollte Ihnen das gelingen, müssten Sie allerdings gründlich prüfen, ob es nicht doch eine normale Erklärung für Ihr ungewöhnliches Erlebnis geben könnte. Erst wenn Sie das mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen könnten, hätten Sie ein sehr starkes Indiz dafür gefunden, dass die Welt mehr ist als nur das, was man sehen, anfassen und messen kann. Sie könnten das zwar anderen gegenüber nicht beweisen, hätten aber bestenfalls eine hohe Gewissheit für sich selbst.
Wer subjektive Beweise mit der Begründung ablehnt, dass diese ja nicht objektiv nachprüfbar seien, verhält sich wie ein Mensch, der Innenräume ablehnt, weil diese sich nicht im Freien befinden. Ja, es stimmt, ein subjektiver Beweis lässt sich objektiv nicht überprüfen. Und ja, es stimmt, was drinnen ist, das ist nicht draußen. Aber warum sollte das ein Problem sein?
Drinnen und draußen sind zwei verschiedene Aufenthaltsorte, an denen man verschiedene Dinge vorfinden und erleben kann. Beides hat in bestimmten Situationen seine Vorzüge und damit seine Daseinsberechtigung. Und so ist es mit den verschiedenen Methoden des Weltzugangs auch: Nur weil etwas nicht wissenschaftlich bewiesen werden kann (sich nicht „draußen“ befindet), muss es deshalb nicht unwahr sein. Es gibt eben auch einen weiteren Zugang zur Wahrheit, nämlich den über die rein subjektive Erfahrung (das „Innenleben“). Wer das verkennt und die Wissenschaft als einzige zulässige Möglichkeit der Welterkenntnis akzeptiert, befindet sich in der größten aller Glaubensfallen: Ohne es zu merken, verabsolutiert er die Wissenschaft zu einer Art Religion und spricht allem, was mit wissenschaftlichen Methoden nicht erfassbar ist, den Wirklichkeitsgehalt ab (siehe hierzu auch die nächste Artikelseite: "Die Verabsolutierung der Naturwissenschaft. Wenn wissenschaftliches Denken zur Religion erhoben wird"). Das ist in etwa so, als würde man behaupten, dass es im Inneren eines Hauses nichts geben kann, weil man das von außen ja nicht sehen könne.